Scherba sieht bei Krim-Explosionen "Gerechtigkeit"

10. Aug. 2022 · Lesedauer 2 min

Olexander Scherba, ehemaliger Botschafter der Ukraine in Wien, hofft, dass die Ukraine hinter den Explosionen auf der Krim stecke. Er stimmt Präsident Wolodymr Selenskyj zu, dass der Krieg gegen Russland erst beendet sei, sobald auch die Halbinsel wieder unter ukrainischer Kontrolle stehe.

"Gerechtigkeit", das war der erste Gedanke des ehemaligen ukrainischen Botschafters in Wien Olexander Scherba, als er die Bilder der Explosionen auf der Halbinsel Krim gesehen hat.

Scherba erklärt, dass für ihn und viele andere Ukrainer:innen der Militärstützpunkt auf der von Russland besetzen Halbinsel für Leid und Tod stehe. So seien von dort zahlreiche Angriffe und Rakete auf ukrainisches Gebiet abgefeuert worden. Dadurch seien viele Menschen verletzt und getötet sowie Zerstörung angerichtet worden.

Bisher gab es laut Scherba für diese Vergehen noch keine angemessene Art von Bestrafung. Dies sei in seinen Augen nun geschehen.

"Russland sagt immer das Gleiche"

Er selbst wisse nicht, ob die Ukraine in irgendeiner Art und Weise hinter den Explosionen stecke oder ob es sich sogar, um einen Angriff ukrainischer Spezialkräfte handeln könnte. "Ich kann nur hoffen, dass die Ukraine dahintersteckt", so der ehemalige Botschafter. Er glaube auch nicht an die russische Erzählung, dass es sich um einen Unfall in einem Munitionslager handle. Denn: "Russland sagt immer das Gleiche". Auch bei der Versenkung des Kriegsschiff Moskwa im April behauptete die russische Armee, dass es sich hierbei um einen Unfall gehandelt habe, so Scherba.

Obwohl Scherba nicht weiß "wie und wer das getan hat", zeigt er sich überzeugt, dass sich "dieser Krieg nicht zugunsten Russlands entwickelt". Er geht davon aus, dass sich der militärische Konflikt in "die Richtung der Befreiung der Ukraine" drehe.

Rückeroberung der Krim 

Scherba stimmt dem ukrainischen Präsidenten Selenskyj zu, dass der Krieg gegen Russland erst enden könne, sobald die komplette Halbinsel Krim wieder unter ukrainischer Kontrolle stehe. Selenskyj habe mit seiner Ankündigung "uns allen aus den Herzen gesprochen". Der ehemalige Botschafter erklärt, dass der Krieg für sein Volk bereits mit dem "Landraub" der Krim begonnen habe.

Damals – im Jahr 2014 –  habe die "ganze Welt die Augen zugedrückt" und der "größere Krieg" ist erst danach gekommen. Scherba selbst weiß nicht, wann diese Rückeroberung stattfinden würde. Er ist allerdings zuversichtlich, dass dies "irgendwann" passieren wird.

Quelle: Redaktion / foj