Explosionen auf der Krim: Steckt die Ukraine dahinter?

10. Aug. 2022 · Lesedauer 3 min

Neuesten Medienberichten zufolge könnten ukrainische Spezialeinheiten für mehrere Explosionen in einem russischen Luftwaffendepot verantwortlich sein. Die Aktion könnte zeigen, dass die ukrainischen Streitkräfte weiterhin eine aktive Guerilla-Strategie im Krieg gegen Russland fahren könnten.

Die US-Tageszeitung "Washington Post" berichtet am Mittwoch, dass die Explosion in einem russischen Luftwaffendepot auf der besetzen ukrainischen Halbinsel Krim durch ukrainische Spezialkräfte ausgelöst worden sein soll.

Die "Post" beruft sich hierbei auf einen anonymen Regierungsbeamten der keine Einzelheiten bekannt, wie der Angriff ausgeführt worden sein soll. Auf alle Fälle würde eine koordinierte Attacke eine weitere Eskalation im inzwischen sechs Monate anhaltenden Krieg bedeuten. Für die "Post" bedeutet dies auch, dass die ukrainischen Streitkräfte weiterhin in der Lage seien, die russischen Truppen auch hinter den Frontlinien aktiv bekämpfen zu können.

Explosionen nahe Traumstrand 

Mindestens drei Explosionen erschütterten Safy. Der Luftwaffenstützpunkt befindet sich in einem bisher als sehr sicher eingeschätzten Küstengebiet – momentan verbringen dort viele Russ:innen ihren Urlaub. Deswegen zeigen Videos im Netz auch zahlrechte verschreckte Strandbesucher:innen, die versuchen, sich in Sicherheit zu bringen. Die Halbinsel Krim wurde im Jahr 2014 von Russland annektiert, galt allerdings bereits davor als beliebtes Urlaubsziel für Russinnen und Russen.

Die ukrainische Seite teilte inzwischen mit, dass neun russische Militärflugzeuge im Zuge der Explosionen zerstört wurden. Der Stützpunkt wird nach Angaben russischer Behörden für Raketeneinsätze auf ukrainisches Gebiet genutzt.

Kein Dementi - keine Bestätigung 

Die Regierung in Kiew weigert sich laut "Washington Post" bisher, den Bericht zu bestätigen oder zu dementieren. Doch am Dienstag konzentrierte sich der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj in seiner abendlichen Ansprache auf die Krim und versprach, das Gebiet zurückzugewinnen. "Die Krim ist ukrainisch, und wir werden sie niemals aufgeben", sagte er, ohne den Luftwaffenstützpunkt oder den Angriff zu erwähnen.

Karner: "Extrem peinlich für Russland"

Laut PULS 24 Militärexperte Gerald Karner seien bei der Explosion Tausende Tonnen Sprengstoff und Munition in die Luft geflogen. Die Situation sei für Russland extrem peinlich, denn der Krieg sei damit auf besetztem Territorium angekommen, auf jenem Luftwaffenstützpunkt, von dem aus die Angriffe auf die Ukraine geflogen wurden. 

Karner: "Tausende Tonnen Sprengstoff und Munition in die Luft geflogen"

Guerilla-Widerstand 

Die "Post" erinnert in ihrem Artikel auch daran, dass die ukrainischen Spezialeinheiten immer wieder in die von Russland gehaltenen Gebiete eindringen und sich mit sympathisierenden Einheimischen vor Ort abstimmen, um Anschläge zu verüben. Guerilla-Aktivitäten gab es vor allem in der besetzten südlichen Region Cherson, nördlich der Krim. So wurde im Juni ein von Russland eingesetzter Beamter in Cherson auf dem Weg zur Arbeit durch eine mysteriöse Bombenexplosion getötet.

Quelle: Agenturen / Redaktion / foj