APA - Austria Presse Agentur

Neue Lockerungen für Gastro und Sport präsentiert

Juni 24, 2020 · Lesedauer 3 min

Die Bundesregierung präsentierte weitere Lockerungsschritte für den Sommer. Die Maskenpflicht für Kellner fällt im Juli. Bei Veranstaltungen bis 100 Personen wird die Sperrstunde aufgehoben.

Die Bundesregierung präsentierte am Mittwoch neue Lockerungen der Corona-Maßnahmen für den Sommer. Nach dem Ministerrat traten Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP), Vizekanzler Werner Kogler (Grüne), Tourismusministerin Elisabeth Köstinger (ÖVP) und Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) vor die Presse und verkündeten Lockerungen, die vor allem die Gastronomie und den Sport betreffen. Ein Überblick über die Ankündigungen:

Maskenpflicht für Kellner fällt

Ab 1. Juli müssen Kellner keine Masken mehr Tragen. Die Bundesregierung empfiehlt Kellnern aber weiterhin einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen. Die Gastronomie darf im Juli wieder um 5:00 Uhr statt wie bisher um 6:00 aufsperren. Außerdem wird die Sperrstunde für geschlossene Veranstaltungen mit Anfang Juli aufgehoben, womit man etwa auf Hochzeiten wieder unbeschränkt feiern kann. Bundeskanzler Kurz appellierte an die Eigenverantwortung der Bevölkerung. Um das Containment bei Corona-Infektionsfällen zu erleichtern, sollen die Veranstalter eine Teilnehmerliste führen. 

Keine Einschränkungen mehr für In- und Outdoor-Sport

Ab 1. Juli ist wieder jeder Sport sowohl Indoor als auch Outdoor erlaubt. Es fallen somit auch alle Einschränkungen für Kontakt- und Mannschaftssportarten. Es gilt keine Mindestabstandsregel bei der Sportausübung mehr.

Freuen dürfen sich Fußballfans und Kulturbegeisterte: Ab September werden Großveranstaltungen wieder möglich sein. Im Freien sind Veranstaltungen mit bis zu 10.000 Personen und drinnen mit bis zu 5.000 Teilnehmern wieder erlaubt. Das gilt ebenso für Konzerte wie für Fußballstadien. Voraussetzung dafür ist, dass es für die Besucher zugewiesene Sitzplätze gibt. Auch die Abstandsregeln müssen eingehalten werden. 

Dazu wird laut Anschober auf "freiwilliges Tracking" gesetzt. Die Namen der besuchenden Personen sollen erfasst werden - "freiwillig im Rahmen des Datenschutzes", sagte der Minister. Das "festhalten von Kontaktdaten auf freiwilliger Ebene" soll auch für alle Veranstaltungen mit mehr als 100 Besuchern realisiert werden, sagte Anschober. Er kündigte für die kommende Woche ein "umfassendes neues Testprogramm mit großem Screening" an.

Bundeskanzler Kurz bat darum, "die Maske bitte nicht wegzuwerfen, wir werden sie noch brauchen". Vor allem im Spätherbst könne es wieder eine "schwierige Situation" geben, sagte Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne). Auch Vizekanzler Kogler forderte die Bevölkerung dazu auf, "sorgsam" mit den Lockerungsschritten umzugehen.

Reisewarnstufe fünf für Nordrhein-Westfalen

Die Bundesregierung hat die Reisewarnstufe fünf für das deutsche Bundesland Nordrhein-Westfalen ausgerufen. Der Grund dafür sind die steigenden Infektionszahlen in dem Bundesland. Am Dienstag hat wurde über den Landkreis Gütersloh in Nordrhein-Westfalen einen Lockdown verhängt. Dieser soll bis zum 30. Juni gelten. Eine Corona-Ausbruch in einem Schlachthof des deutschen Fleischbetriebs Tönnies ist für die stark steigenden Corona-Zahlen verantwortlich.

Anschober stellt Lösung für Nachtgastronomie in Aussicht

Eine baldige "pragmatische Lösung" stellte Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) bei der Pressekonferenz für die Nachtgastronomie in Aussicht: Am gestrigen Dienstag gab es eine "gute Sitzung" mit Branchenvertretern. Für kleine Bars wird die Thekenausschank ab 1. Juli möglich sein. Mit den größeren Clubs soll es bis Ende nächster Woche eine Lösung geben. "Wir sind auf einem guten Weg", sagte Anschober.

Quelle: Redaktion / apb