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NEOS sieht sich "führend" im Tiroler Online-Wahlkampf

03. Aug. 2022 · Lesedauer 4 min

Die NEOS setzen im Vorfeld der Tiroler Landtagswahl vor allem auf Online-Wahlkampf und sehen sich "mittlerweile auch führend" im Umgang mit Social Media, insbesondere mit Bewegtbild. Er sei "der erste Tiroler Politiker auf TikTok gewesen", hielt Spitzenkandidat Dominik Oberhofer im APA-Gespräch fest. Auch mit der Reichweite könne man punkten. Der offizielle Wahlkampfauftakt findet am 8. September statt. Parteichefin Beate Meinl-Reisinger werde im Wahlkampf präsent sein.

Das Budget liege unterdessen bei rund 500.000 Euro. "Das detaillierte Budget ist jetzt in der Endrunde", ließ Landessprecher Oberhofer wissen und unterstrich, dass man "sehr gut unterwegs" sei. Ausgaben für "jedes Goodie und jedes Plakat" würden aufgeschlüsselt und transparent kommuniziert, betonte er. Wahlgeschenke gebe es heuer nur zwei: "Einen Samen und einen zu 100 Prozent abbaubaren Kugelschreiber aus Karton".

Damit wolle man - unter anderem - mit potenziellen Wählerinnen und Wählern ins Gespräch kommen. "Klinkenputzen ist angesagt", gab Oberhofer kurz vor dem Start in die heiße Wahlkampfphase für die Wahl am 25. September die Devise aus. Die Pinken wollen "im Straßenbild sehr präsent" sein und "Bürgerkontakt forcieren". Das tue man ohnehin schon "laufend im ganzen Jahr", doch wolle man "ab Mitte August massiv in den Bezirken unterwegs" sein. Kundgebungen seien aber keine geplant, meinte Oberhofer auf Nachfrage: "Reden schwingen tun wir nicht".

Besonders viel wert werde dabei jedenfalls auf die junge Wähler:innenschaft gelegt, unterstrich Oberhofer. So werbe etwa ein eigenes "Jugendwahlkampfteam" rund um die Listendritte - die 21-jährige Studentin Susanna Riedlsperger, die "die jüngste Landtagsabgeordnete aller Zeiten werden könnte" - um die Gunst der Jugend. "Sie wird eine eigene Kampagne fahren", verriet Oberhofer.

Der offiziellen Wahlkampfauftakt am 8. September werde "hybrid" abgehalten, um die Veranstaltung "für alle Menschen zugänglich zu machen", die Suche nach einer geeigneten Lokalität laufe noch. Bundesparteiobfrau Beate Meinl-Reisinger werde selbstverständlich im Tiroler Wahlkampf präsent sein und noch vor dem Wahlkampfauftakt im Bundesland auftreten. Die Wahl sei auch von großer "bundespolitischen Bedeutung", begründete Oberhofer: "Es ist durchaus eine Testwahl, Schwarz-Grün wird auf die Probe gestellt".

Den Start des Wahlkampfes an sich machte Oberhofer allerdings bereits am 15. August fest - dem Tag, an dem Plakate flächendeckend im Bundesland aufgehängt werden dürfen. Die NEOS planten lediglich eine Plakatwelle, gewährte der Klubobmann einen Blick hinter die pinken Wahlkampf-Kulissen. Man plane drei Sujets, analog zu den drei Kernthemen der Partei: Bildung, Wirtschaft und "saubere Politik".

In puncto Bildung betonte Oberhofer einmal mehr, dass die Pinken "als einzige Partei" mit zwei Lehrpersonen in die Wahl gehen. Auf Platz zwei wurde nämlich in einem dreistufigen Vorwahlprozess die Kufsteiner Schulleiterin und Bürgermeisterkandidatin im heurigen Februar, Birgit Obermüller, gewählt. Ferner kandidiere ein Lehrer am ersten Listenplatz im größten Tiroler Bezirk Innsbruck-Land. Als "Wirtschaftspartei" wolle man - zweitens - Lösungen anbieten, um der Teuerung entgegen zu wirken. Unter dem dritten Schlagwort "saubere Politik" erneuerte Oberhofer unter anderem seine Aufforderung an die ÖVP, die seiner Meinung nach "zu Unrecht erhaltenen Corona-Hilfsgelder" zurückzuzahlen.

Details zur Ausgestaltung der Plakate waren ihm vorerst keine zu entlocken. Jedenfalls würden große Plakate nur "äußerst sparsam" zum Einsatz kommen - konkret rund 30 Stück an Autobahnen und Bundesstraßen. "Nicht vergleichbar mit anderen Parteien", kommentierte Oberhofer die geringe Anzahl. Auf ein Motto hätten sie sich noch nicht geeinigt, es gebe aktuell "mehrere Vorschläge und Ideen". Im Gespräch mit Bürgerinnen und Bürgern nehme man jedenfalls "viele Positionen und Input" mit.

Enttäuscht zeigte sich Oberhofer über den Umstand, dass die wahlwerbenden Parteien im Gegensatz zur vergangenen Landtagswahl 2018 heuer kein "Wahlkampfagreement" für einen sauberen Wahlkampf abgeschlossen hätten. Er habe sich "im Vorfeld dafür ganz stark gemacht" aber lediglich Unterstützung von den Grünen erhalten. Diese hätten besagtes Agreement 2018 initiiert.

Die NEOS waren bei ihrem ersten Antreten 2018 auf 5,21 Prozent der Stimmen bzw. zwei Mandate gekommen. Laut einer am Wochenende veröffentlichten Umfragen können sie derzeit - nicht zuletzt angesichts der Schwäche der ÖVP - gar mit einem zweistelligen Ergebnis rechnen, nämlich 12,3 Prozent.

Quelle: Agenturen