Möglicher Gas-Stopp: Gewessler kündigt Energiespar-Kampagne für Herbst an

20. Juni 2022 · Lesedauer 2 min

Umweltministerin Leonore Gewessler (Grüne) kündigt im PULS 24 Interview eine Energiespar-Kampagne für Herbst an. Auch für Tempo 100 auf der Autobahn gebe es in Österreich eine gesetzliche Basis, sagt sie.

Angesichts der russischen Drohkulisse und der Drosselung bei den Gas-Lieferungen, will Umweltministerin Leonore Gewessler (Grüne) bis Herbst Österreichs Gasspeicher zu 80 Prozent befüllt haben. Der Speicher entspreche ungefähr dem österreichischen Jahresverbrauch, so die Ministerin. Derzeit stehe man bei etwa 41 Prozent. 

Tempo 100 ist möglich

Sollte dieses Ziel gefährdet sein, könnte man sozusagen in letzter Konsequenz Energieeinsparungen verpflichtend machen, sagt Gewessler gegenüber Alexandra Wachter. Das sei auch durchaus möglich, denn Wladimir Putin nutze die Gaslieferungen "als Waffe".

Es gebe sogar die "gesetzliche Basis" für Tempo 100 auf der Autobahn, sagt die Ministerin. "Weg vom Gas" sei beim Autofahren aber auch jetzt schon sinnvoll und für jeden möglich, aber eben "nicht notwendig". 

Kampagne ab Herbst

Sowieso geben soll es im Herbst eine Energiespar-Kampagne. Haushalte sollen dann dazu aufgefordert werden, die Raumtemperatur "ein bis zwei Grad" kühler zu belassen - das spare bis zu 10 Prozent des Gasverbrauchs. Um Strom zu sparen, könne man beim Kochen einen Deckel auf den Topf geben, so die Ministerin. Im Notfall seien auch Sparmaßnahmen bei der Industrie vorgesehen.

Steuer für Energiekonzerne

Auf die Frage, ob sich die Ministerin Steuern auf Gewinne der Energiekonzerne vorstellen könne, wie es etwa Bundeskanzler Karl Nehammer (ÖVP) mal vorgeschlagen hatte, sagt sie, dass man in einer Krise "keine Scheuklappen" haben dürfe und über alle Maßnahmen diskutieren müsse. So sei auch der Plan mit dem Kohlekraftwerk zustande gekommen. 

Die OMV habe ihr außerdem zugesagt, dass es am Gasmarkt Gas geben würde, das nicht aus Russland komme - dieses könne Österreich kaufen. Es komme aus Nordafrika oder Norwegen.

Quelle: Redaktion / koa