Moder: "Nächste Welle könnte früher kommen als erwartet"

02. Juni 2022 · Lesedauer 3 min

Die beiden Omikron-Subtypen BA.4 und BA.5 würden viel Ähnlichkeit zueinander aufweisen aber auch der Unterschied zur Variante BA.2 wäre nicht so groß, erklärt der Molekularbiologe Martin Moder. Das wäre insofern gut, weil es in Österreich eine sehr ausgeprägte BA.2-Welle gab und somit die Immunität gegenüber den neuen Subvarianten höher ist als in anderen Ländern.

"Wenn wir von Omikron gesprochen haben, dann war es immer das, was wir jetzt rückblickend als Omikron BA.1 bezeichnen. Dann kamen mehrere Subtypen auf, die ihre Eigenschaften ein bisschen verändert haben. Die Variante, die momentan bei uns die vorherrschende ist, ist Omikron BA.2." Bei dieser Variante wäre es ersichtlich gewesen, dass sie der BA.1-Variante genetisch sehr unähnlich ist. Außerdem sei bei der BA.2-Variante die Verbreitungsfähigkeit deutlich höher als bei BA.1, so Moder. 

BA.4 und BA.5 übernehmen Dominanz

Nun würden die Subtypen BA.4 und BA.5 langsam die Dominanz übernehmen über die Variante BA.2. Diese beiden Varianten würden viele Ähnlichkeiten zueinander aufweisen aber auch der Unterschied zur Variante BA.2 wäre nicht so groß, erklärt der Molekularbiologe. Das wäre insofern gut, weil es in Österreich eine sehr ausgeprägte BA.2-Welle gab und somit die Immunität gegenüber den neuen Subvarianten höher ist, als in Ländern, wo es gar keine solche Welle gegeben hat. 

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Ähnliche Mutation wie bei Delta-Variante

Jedoch würden BA.4 und BA.5 einige Mutationen aufweisen, die nicht ganz unproblematisch wären. "Zum einen, weil sie die Immunflucht nochmal ausgeprägter machen, also dem bereits aufgebauten Immunschutz besser entkommen. Es ist aber auch eine Mutation in diesen beiden Varianten, die wir eigentlich schon von Delta kennen. Und bei dieser Mutation sieht man auch in Laborstudien, dass die das Ganze gesundheitlich eventuell ein bisschen problematisch machen könnte", sagt Moder. 

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Keine nennenswert höheren Einweisungen

Momentan würde man nirgends sehen, dass die Einweisungen in die Krankenhäuser bei BA.4 und BA.5 nennenswert anders wären als bei den Subtypen davor. Man würde jedoch sehen, dass diese Varianten zu 10 bis 20 Prozent ansteckender sind als BA.2. "Dadurch kann es schon passieren, dass die nächste Welle früher kommt als man es erwartet hätte", sagt Moder. Da die Gesamtlage jedoch nicht nur von den Omikron-Subtypen abhängig ist, könne keine konkrete Prognose zu den Entwicklungen bis in den Herbst gegeben werden. 

Dijana DjordjevicQuelle: Redaktion / ddj