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Medien: Russland versuchte mit falschen Fotos "schmutzige Bombe" zu beweisen

26. Okt. 2022 · Lesedauer 3 min

Mit offenbar falschen Fotos hat das russische Außenministerium versucht, den Eindruck zu erwecken, dass es Beweise für den Bau einer "schmutzigen" - also atomar verseuchten - Bombe in der Ukraine habe.

Eines der Bilder, das auf dem englischsprachigen Twitter-Account des Ministeriums auftauchte, gehöre der slowenischen Agentur für radioaktive Abfälle und stamme aus dem Jahr 2010, berichtete die Internetzeitung "Ukrajinska Prawda" am Mittwoch.

Vorwand für Eskalation?

Der russische Vorwurf eines geplanten Einsatzes einer radioaktiven Bombe durch Kiew wird im Westen als möglicher Vorwand für eine weitere Eskalation des Kriegs gedeutet. Kiew weist die Vorwürfe zurück. Seit Anfang der Woche warnt die russische Regierung, vor einer angeblich radioaktiven Bombe in den Händen Kiews. Deren Einsatz auf ukrainischem Territorium soll demnach dazu gedacht sein, Moskau zu diskreditieren. Westliche Regierungen wiesen die Anschuldigungen als unglaubwürdig zurück.

Zusammenarbeit Israel - Ukraine

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj gab unterdessen den Austausch von Geheimdiensterkenntnissen mit Israel bekannt und sprach von einem "positiven Trend" in den Beziehungen zwischen beiden Staaten. "Wir sind also am Anfang der Zusammenarbeit, dies ist ein positiver Trend in den Beziehungen zu Israel", so Selenskyj. Die ausgetauschten Daten würden ukrainische Erkenntnisse über im Land eingesetzte iranische Drohnen bestätigen.

400 iranische Drohnen 

"Die derzeit ausgetauschten Daten des Geheimdiensts bestätigen erneut, was unsere Dienste wussten: Russland hat bereits rund 400 iranische Drohnen gegen die ukrainische Zivilbevölkerung eingesetzt", sagte Selenskyj. Seinen Angaben zufolge wurden 60 bis 70 Prozent der unbemannten Flugobjekte von der ukrainischen Luftabwehr abgeschossen.

Am Montag noch hatte Selenskyj der israelischen Regierung auf einer von der israelischen Zeitung organisierten Konferenz "Haaretz" vorgeworfen, mit ihrer neutralen Haltung eine "Allianz" zwischen Russland und dem Iran zu begünstigen. Am Mittwoch erklärte er dann, dass die Ukraine und Israel jetzt wichtige Informationen austauschen würden. Nach einer langen Pause sehe er nun, dass es vorangehe, erklärte der Präsident.

Selenskyj wünscht sich mehr israelische Unterstützung

Ausreichend sei das aber nicht, ergänzte Selenskyj jedoch. Israel sei ein Staat, der wirklich wisse, was Krieg bedeute. "Und ich denke, er sollte die Ukraine mehr unterstützen", sagte der Staatschef.

Israel hält sich bisher mit Unterstützung der Ukraine im russischen Angriffskrieg zurück. So war Israel bisher nicht bereit, der Ukraine den gemeinsam mit den USA entwickelten hochmodernen Luftabwehrschirm Iron Dome zur Verfügung zu stellen. Bei der weitgehend neutralen Haltung Israels zum Ukraine-Krieg spielt die aktive militärische Rolle Russlands in Israels Nachbarstaat Syrien eine Rolle.

Quelle: Agenturen / Redaktion / lam