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Massenproteste: Irans Präsident räumt Fehler ein

28. Jan. 2026 · Lesedauer 1 min

Irans Präsident Masoud Pezeshkian räumt nach den Massenprotesten im Land Fehler ein. "Die Unruhen und Instabilität im Land erfordern einen realistischeren Ansatz", sagte er am Mittwoch. Die Regierung solle auch interne Schwächen und Mängel anerkennen und nicht ausschließlich das Ausland für die Unruhen verantwortlich machen. Der als moderat geltende Pezeshkian vollzieht damit einen Kurswechsel. Irans Führung sprach bisher von einer ausländischen Verschwörung.

Sie bezeichnete die Demonstrierenden zudem als Terroristen und von den USA und Israel bezahlte Söldner. Pezeshkian forderte laut staatlicher Nachrichtenagentur IRNA weiters einen Dialog mit der Justizbehörde, um einen Prozess für die Freilassung einiger der inhaftierten Demonstrierenden einzuleiten.

Auslöser der Proteste war die desolate Wirtschaftslage. Die Regierung versprach mit Reformen gegenzusteuern. Doch auch vier Wochen später ist keine Besserung in Sicht. Die nationale Währung des Irans, der Rial, stürzte auf ein neues Rekordtief. Aus Sicht von Experten gibt es keinen Ausweg aus der Krise, solange der Iran an seinem umstrittenen Atomprogramm und seiner Außenpolitik festhält. Dies sei der Grund für internationale Sanktionen.

Zusammenfassung
  • Irans Präsident Masoud Pezeshkian räumt nach den Massenprotesten Fehler der Regierung ein und fordert, auch interne Schwächen anzuerkennen, statt nur das Ausland verantwortlich zu machen.
  • Vier Wochen nach Beginn der Proteste ist trotz Reformversprechen der Regierung keine Besserung der Wirtschaftslage eingetreten, und der Rial hat ein neues Rekordtief erreicht.
  • Pezeshkian strebt einen Dialog mit der Justizbehörde an, um eine mögliche Freilassung einiger inhaftierter Demonstrierender einzuleiten.