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Masken-Ende: Stadt Wien beruft Krisenstab ein

24. Mai 2022 · Lesedauer 3 min

Am Dienstag verkündete Gesundheitsminister Rauch das Ende der Maskenpflicht in Supermärkten und öffentlichen Verkehrsmitteln. Die Stadt Wien sowie die Wiener Linien waren über die Entscheidung offenbar nicht vorab informiert, wie PULS 24 erfuhr.

Mit 1. Juni fällt die Maskenpflicht österreichweit fast überall. Lediglich im Gesundheitsbereich bleibt die FFP2-Maske verpflichtend. Das gaben Gesundheitsminister Johannes Rauch (Grüne) und Verfassungsministerin Karoline Edtstadler (ÖVP) am Dienstag in einer Pressekonferenz bekannt.

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Mit der Stadt Wien, die seit längerer Zeit einen vorsichtigeren Kurs als der Bund fährt, wurde diese Entscheidung offenbar nicht abgesprochen. Das erfuhr PULS 24 aus Rathaus-Kreisen.

Wien über Ende der Maskenpflicht nicht erfreut

Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) hat deshalb den Corona-Krisenstab einberufen. Dieser soll die Corona-Lage bewerten. Dann werde entschieden, ob die Lockerungen auch in Wien umgesetzt werden, so Bürgermeister Ludwig.

Auch Wiener Linien offenbar nicht informiert

Auch die Wiener Linien dürften über den Fall der FFP2-Maskenpflicht im öffentlichen Verkehr laut PULS 24 Informationen nicht vorab informiert worden sein. Zuvor war laut Verordnung vorgesehen, dass die FFP2-Maskenpflicht bis 7. Juli aufrecht bleiben solle.

Fall der Maskenpflicht in Öffis nicht nachvollziehbar

Bereits in der Vergangenheit war der Bund immer wieder ohne Absprache mit allen Bundesländern mit Lockerungen vorgeprescht. Nicht selten entschied man sich in Wien dann für strengere Corona-Regeln.

Opposition unzufrieden

Auch die Opposition im Bund ist mit den Ankündigungen der Regierung in Sachen Corona unzufrieden. Während FPÖ und SPÖ mit der Regierung scharf ins Gericht gingen, fanden die NEOS aber die weitgehende Aussetzung der Maskenpflicht und die Verlängerung der Aussetzung der Impfpflicht auch positiv, vermissten aber Vorbereitungen für den Herbst.

NEOS-Chefin Beate Meinl-Reisinger findet es "gut so", dass die Maskenpflicht weitgehend fällt. Auch begrüßte sie am Rande einer Pressekonferenz, dass die Schülerinnen und Schüler ab Juni nicht mehr testen müssen. Dass die Impfpflicht ausgesetzt bleibt, finde sie auch richtig, verwies Meinl-Reisinger darauf, dass Experten derzeit keine aggressive Corona-Variante aufs Land zukommen sehen. Als Bürgerin frage man sich aber natürlich, was dann im Herbst sein werde. 

FPÖ für sofortiges Ende der Maskenpflicht

SPÖ-Gesundheitssprecher Philip Kucher vermisst ebenfalls einen klaren Plan der Regierung für den Herbst. Die Sicherheit der Menschen "wird wieder aufs Spiel gesetzt", kritisierte Kucher in einer Aussendung: "Die Regierung stolpert bei ihrem Corona-Chaos-Management dahin und agiert nach dem Prinzip Hoffnung." Außerdem verwies der SPÖ-Gesundheitssprecher auf Aussagen, wonach die Maskenpflicht bis 8. Juli beibehalten werden sollte und konstatierte ein "unzumutbares Verwirrspiel" der Regierung.

Erwartungsgemäß noch schärfer fiel die Kritik von FPÖ-Obmann Herbert Kickl aus, der der Regierung vorwarf, "jeden Bezug zur Realität verloren" zu haben. Ein Leben ohne Masken- und Impfzwang müsse die Normalität sein, und nicht die Ausnahme, wie die Regierung das präsentiert habe, meinte Kickl in einer Aussendung. Seiner Auffassung nach hätte die Maskenpflicht sofort und nicht erst mit Anfang Juni fallen sollen und die Impfpflicht müsse abgeschafft und nicht nur ausgesetzt werden. 

Stephan HoferQuelle: Redaktion / hos