Putins Hochzeitsgeschenk für Kneissl "weit" vom Üblichen entfernt

17. März 2022 · Lesedauer 2 min

Wie der "Krone"-Journalist Klaus Knittelfelder aufdeckte, erhielt die ehemalige Außenministerin Karin Kneissl von Russlands Machthaber Wladimir Putin Ohrringe im Wert von 50.000 Euro zur Hochzeit. Sie selbst wollte sich dazu nicht äußern.

Die Bilder der Hochzeit in der Südsteiermark, auf denen Kneissl mit ihrem Stargast Putin das Tanzbein schwingt und einen tiefen Knicks vor ihm macht, gingen um die Welt. Bisher nicht bekannt war, dass Putin offensichtlich nicht nur bescheidene Hochzeitsgeschenke wie ein Butterfass dargebracht hat: Wie aus Dokumenten hervorgeht, die der "Kronen Zeitung" vorliegen, schenkte der russische Präsident der damaligen Außenministerin auch wertvolle Saphir-Ohrringe.

Das "Juwelenlabor" im Dorotheum schätzte die Klunker - "zwei Ohrclipsgehänge, Weißgold 750", "zwei Saphire, oval (...) Gesamtgewicht 22,9 Gramm" - in einem Gutachten vom 4. Oktober 2019 auf einen Wert von 50.000 Euro. Das Außenministerium vertrat die Ansicht, dass Kneissl das teure Geschenk aber nicht einfach behalten darf und teilte ihr mit, dass der Schmuck der Republik gehöre.

Schmuck wieder beim Ministerium

Kneissl wehrte sich dagegen, schließlich einigte man sich laut dem Zeitungsbericht auf einen Leihvertrag. In der vorliegenden Version des Leihvertrags wurde demnach Ende 2019 festgehalten, dass die Ohrringe erst nach Kneissls Ableben von ihren Erben zu retournieren seien. Wie der Journalist Knittelfelder nun im PULS 24 Interview erklärt, sei Kneissl aus diesem Vertrag dann wieder zurückgetreten, nun würde der Schmuck in einem Tresor im Ministerium liegen. Damit sei die Sache vorerst auch erledigt, so Knittelfelder. Die ehemaligen Ministerin habe auf seine Anfragen nicht reagiert, als er sie zum Thema befragen wollte.

Sowohl das Geschenk als auch der Hochzeitsbesuch von Putin seien aber "weit" vom Üblichen entfernt, so Knittelfelder. Österreichische Politiker würden sonst nicht im Beisein international bedeutender Staatschefs heiraten, sagt der Journalist. 

Kritik an Kneissl

Kneissl war zuletzt im Zusammenhang mit dem russischen Angriff auf die Ukraine wieder in die Schlagzeilen geraten. Die mittlerweile in Frankreich lebende frühere Diplomatin wurde in einem Bericht des Europaparlaments explizit als Negativbeispiel für die Einflussnahme des Kreml auf die EU genannt. Sie selbst bezeichnete sagte bezeichnete sich erst kürzlich in einem Interview als politischer Flüchtling. Ihren Posten bei der russischen Rosneft will sie nicht aufgeben, in Österreich bestehe gegen sie ein "de facto" Arbeitsverbot.

Quelle: Redaktion / koa