APA - Austria Presse Agentur

Kickl: Ivermectin kann Corona-Impfung nicht ersetzen

02. Dez 2021 · Lesedauer 3 min

Nach Kritik aus den eigenen Reihen relativierte FPÖ-Chef Herbert Kickl seine Aussagen zu Medikamenten wie Ivermectin. Diese könnten die Impfung nicht ersetzen.

FPÖ-Obmann Herbert Kickl betonte am Donnerstag, dass der Einsatz von diversen Medikamenten - auch dem Entwurmungsmittel Ivermectin - nicht die Impfung ersetzen, sondern "ein zweites Standbein" sein sollte. Zudem schlug er in einer Pressekonferenz eine Studie vor, welche die Linie der FPÖ mit der offiziellen Regierungsstrategie vergleichen soll.

Arzt stellt Wirkung der Impfung in Frage

Die Infragestellung der Corona-Impfung überließ Kickl am Donnerstag dem freiheitlichen Nationalratsabgeordneten Gerald Hauser und dem Arzt Hannes Strasser, die in einem gemeinsam verfassten Buch "Raus aus dem Corona-Chaos" alternative "Auswege aus der Krise" beleuchten.

Hauser wetterte gegen Aussagen, wonach die Impfung der einzige Schutz gegen Corona sei. Er selbst habe als Risikopatient diese erhalten und an massiven Nebenwirkungen gelitten. Auch Strasser stellte die offiziellen Aussagen der Regierung zur Impfung infrage. Er selbst impfe Menschen, die dies wollten, berichtete er. Allerdings würden seine Patienten immer mehr an der Wirkung zweifeln.

Kommunikationswissenschaftler Jakob-Moritz Eberl (Austrian Corona Panel Project) im PULS 24 Interview zur Corona-Politik der FPÖ.

Strasser stellte vor allem die Effektivität der Immunisierung infrage. So wirkten die Impfungen einfach nicht gut genug, konstatierte er - weswegen man weiter testen und vorsichtig sein müsse. Mit der Impfung alleine werde man die Pandemie nie bekämpfen. Auch die von Kickl propagierte Verwendung des Entwurmungsmittels Ivermectin verteidigte er und verwies auf mehrere Studien zur Wirkung des Medikaments bei Covid-19. 

Anmerkung der Redaktion: Wissenschafter raten von der Einnahme von Ivermectin ab. Die Wirkung des Entwurmungsmittels gegen eine Corona-Infektion ist nicht nachgewiesen. Informationen zur Wirksamkeit der Corona-Impfung finden Sie hier

Mölzer für Impfpflicht

Nach dem ehemaligen EU-Abgeordneten Andreas Mölzer und Ex-Vizekanzlerin Susanne Riess sprachen sich am Donnerstag weitere Freiheitliche gegen Kickls Linie aus. So meinte die einstige Gesundheitsministerin in der türkis-blauen Regierung Beate Hartinger-Klein im "Kurier", dass der FPÖ-Chef das Entwurmungsmittel Ivermectin empfehle, sei "letztklassig und indiskutabel". Der Mediziner Reinhard Waneck, ehemals Staatssekretär für Gesundheit, sprach sich ebenfalls für eine Impfung aus. Ebenso die ehemalige freiheitliche Nationalratsabgeordnete Brigitte Povysil in den "Oberösterreichischen Nachrichten".

Kickl nahm auch zum Tod des Sängers der Volksmusikgruppe "Die Fidelen Mölltaler", Ludwig "Lucky" Ladstätter, nach einem Treffen bei der "Freiheitstour" des FPÖ-Chefs Stellung. Es sei letztklassig, dass aus diesem tragischen Fall politisches Kleingeld gewechselt werde, kritisierte er. Er selbst habe Kontakt zu den Hinterbliebenen des Musikers aufgenommen und man sei zum Schluss gekommen, dass es bei der Veranstaltung in Kärnten nicht zur Infektion gekommen sein könne.

Eine Anzeige wegen Amtsmissbrauchs kündigte Kickl gegen Kärntner Gesundheitslandesrätin Beate Prettner (SPÖ) an, die dem FPÖ-Obmann die Schuld an einem Cluster im Zuge seiner Tour gegeben hatte. Diese könnte Recherchetätigkeiten ohne rechtliche Grundlage durchgeführt haben, vermutet Kickl. Bei der Veranstaltung habe man jedenfalls alle verordneten Vorsichtsmaßnahmen eingehalten.

Quelle: Agenturen / Redaktion / apb