APA - Austria Presse Agentur

Kein Plagiat? Plagiatsjäger Stefan Weber entlastet Armin Laschet

31. Juli 2021 · Lesedauer 2 min

Der österreichische Plagiatsprüfer Stefan Weber erkennt beim Buch von Armin Laschet (CDU) von 2009 "Die Aufsteigerrepublik. Zuwanderung als Chance" nach einer eigenen Prüfung "keine weiteren Plagiate".

Eine entsprechende Analyse veröffentlichte der Medienwissenschaftler am Freitag auf seiner Website. Weber hatte eine Reihe von Textähnlichkeiten zwischen dem Buch der Grünen-Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock "Jetzt. Wie wir unser Land erneuern" und anderen Publikationen öffentlich gemacht.

Zur Untersuchung des Buchs von Unions-Kanzlerkandidat Laschet, der selbst einen Link zu einer Online-Version seines Buchs verbreitet hatte, mit Hilfe einer Prüfsoftware schrieb Weber: "Mein Ergebnis ist entlastend für Laschet: Ich habe nach Durchsicht aller eingefärbten Textübereinstimmungen keine einzige Stelle gefunden, die ich als Plagiatsfragment bezeichnen würde."

Plagiatsprüfung immer "Suche nach einem Muster"

Weber führte aus: "Eine einzige Stelle ist der Debatte (noch) nicht wert und deren Veröffentlichung verwässert eher das Problem. Bei der Plagiatsidentifikation geht es immer um die Suche nach einem Muster und nicht um Singularität." Das sei nicht mit dem von ihm untersuchten Buch Baerbocks zu vergleichen, die Fundstellen dort hätten "quantitativ und qualitativ hingegen ein völlig anderes Gewicht".

In der Nacht zum Freitag war auf Twitter eine Gegenüberstellung des Plagiatssuchers Martin Heidingsfelder veröffentlicht worden, die eine auffallende Ähnlichkeit zwischen einer Passage des Laschet-Buchs und einer anderen Publikation zeigte. Der betroffene Wissenschaftler Karsten Weitzenegger hatte sie öffentlich gemacht. Laschet räumte einen Fehler ein, bat um Entschuldigung und kündigte eine Prüfung seines Buchs an.

Weber ortet "Nebelkerze"

Weber kritisiert Heidingsfelder auf seinem Blog: "Wenn mein Kollege Martin Heidingsfelder nicht noch mehr Fundstellen auf den Tisch legt, muss er sich den Vorwurf gefallen lassen, eine Nebelkerze gezündet zu haben." Wenn man über Plagiate in einem Sprachwerk rede, müssten diese "wesentlich bzw. erheblich, ja eigentlich sogar werkprägend" sein.

Weber konnte Anfang des Jahres nachweisen, dass weite Teile der Diplom- sowie der Doktorarbeit von Ex-Arbeitsministerin Christine Aschbacher (ÖVP) plagiiert waren. Aschbacher trat daraufhin als Ministerin zurück.

Quelle: Agenturen / Redaktion / hos