APA - Austria Presse Agentur

Plagiatsjäger über Diplomarbeit von Aschbacher: "Plagiate, falsche Zitate, mangelnde Deutschkenntnisse"

08. Jan 2021 · Lesedauer 2 min

Plagiatsjäger Stefan Weber hat die Abschlussarbeit von Arbeits- und Familienministerin Christine Aschbacher (ÖVP) unter die Lupe genommen und grobe Mängel festgestellt.

Auf seinem Blog hat der Plagiatsgutachter ein vernichtendes Urteil zur Arbeit abgegeben: "Die Arbeit ist eine einzige wissenschaftliche Katastrophe und daher besser dem Bereich der Nicht-Wissenschaft zuzuordnen", so Weber.

Ganze Abschnitte der Diplomarbeit, die Aschbacher an der FH Wiener Neustadt einreichte, seien entweder komplett plagiiert oder sprachlich "Nonsens". Weber zeigt dies in seinem Blogeintrag an mehreren Beispielen auf. Abgesehen von zahlreichen Grammatik- und Interpunktionsfehlern mache Aschbacher "durch seltsam tautologisches Denken auf sich aufmerksam" schreibt Weber und paraphrasiert: "In der Theorie findet sich nur theoretischer Input! Etwas wird erhoben, um etwas anderes (?) zu erheben!"

Ganze Absätze seien einfach von zum Teil beliebigen Internet-Seiten kopiert - immerhin mit einer Quellenangabe in Form einer URL mit einem "Vgl." ("Vergleiche") davorgesetzt. Allerdings erfülle keine der verlinkten Websites die Anforderungen einer wissenschaftlichen Quelle.

Sogar Hypothese und Abschnitte, die sich wie ein persönliches Resümee lesen, seien wortgleich kopiert. Im Fall der Hypothese sei das nicht ausgewiesen, womit ein Ideen- und Textplagiat vorliege, so der Befund des anerkannten Gutachters.

Studienrechtliches Problem?

In einem weiteren Blogeintrag nahm Weber auch das Schlusskapitel unter die Lupe. Darin habe Aschbacher "recht unverblümt plagiiert", schreibt Weber. Er sieht neben einem "Qualitätsproblem" auch "möglicherweise zusätzlich eine Erschleichungs-/Täuschungsdimension". Abschließend hält er fest: "Ein Rücktritt als Ministerin ist wohl unvermeidlich und kann nicht davon abhängen, ob der Magistergrad widerrufen wird oder nicht."

Aschbacher: "Sehr gut"

Angesprochen auf das Fazit von Weber heißt es von einem Sprecher von Aschbacher, "dass die Frau Ministerin immer nach bestem Wissen und Gewissen gearbeitet habe und die FH die Arbeit auch mit einem "Sehr Gut" benotet habe."

Quelle: Redaktion / hos/moe