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Kein Geld aus der EU: Orban muss "alle Bedingungen" erfüllen

23. Dez. 2022 · Lesedauer 2 min

Die EU bleibt hart, die Geldbörse zu: Erst wenn "alle Bedingungen" erfüllt sind - 27 an der Zahl - sollen die Milliardenhilfen an Ungarn fließen, sagt EU-Budgetkommissar Johannes Hahn.

Im Streit um Rechtsstaatsverletzungen durch Ungarn geht die EU-Kommission keine Kompromisse ein: Die Regierung in Budapest müsse 27 Bedingungen erfüllen, um die auf Eis gelegten Milliardenhilfen zu erhalten, betonte EU-Budgetkommissar Johannes Hahn im "Standard". "Das Geld wird erst fließen, wenn alle diese Bedingungen erfüllt sind", betonte Hahn.

Die Brüsseler Behörde hatte zuvor mitgeteilt, sämtliche Gelder aus Kohäsionsfonds (22 Milliarden Euro) zurückzuhalten.

"Keine Illusionen" zu Orban

Als eine der Bedingungen nannte Hahn "eindeutige Zuständigkeiten" für die ungarische Anti-Korruptionsbehörde, damit diese "direkt und unabhängig" arbeiten könne. Die Gelder würden nach dem Prinzip "Auszahlen nach Lieferung" fließen, unterstrich Hahn. Bezüglich des ungarischen Ministerpräsidenten Viktor Orbán gebe er sich "keinen Illusionen" hin, doch stehe das Land wirtschaftlich sehr unter Druck.

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Konto eröffnet, "nichts eingezahlt"

Die EU-Regierungen hatten vergangene Woche entschieden, einen Teil der blockierten Gelder für Ungarn freizugeben. Die Regierung in Budapest wertete dies als Erfolg. Hahn verwies auf die Gelder im Umfang von 5,8 Milliarden Euro im EU-Wiederaufbaufonds. Diesbezüglich sei aber nur "das Konto für Ungarn eröffnet, aber nichts eingezahlt" worden. Es sei verhindert worden, dass die Mittel für das Land für immer verloren seien. "Jetzt gilt das Prinzip Auszahlen nach Lieferung", pochte Hahn auf die Erfüllung der 27 Bedingungen.

Inflation von 26 Prozent

Ministerpräsident Viktor Orban braucht das Geld für seine Wirtschaft, in der die Inflation auf 26 Prozent gestiegen ist. Zudem ist die Staatsverschuldung in die Höhe geschossen und der Wert der Währung Forint abgesackt. Während seiner mehr als zehnjährigen Regierungszeit hatte Orban bereits zahlreiche Auseinandersetzungen mit der EU, weil er die Grundsätze der liberalen Demokratie in Ungarn durch die Einschränkung der Rechte von Medien, Akademikern, Richtern, Nichtregierungsorganisationen, Migranten und LGBTI-Personen nach Ansicht der EU-Kommission und vieler Mitgliedstaaten beschädigt.

Quelle: Agenturen