Nehammer reagiert auf Putins Rubel-Forderung: "Wir haben aufrechte Verträge"

31. März 2022 · Lesedauer 2 min

Bundeskanzler Karl Nehammer (ÖVP) spricht im PULS 24 Interview über die Ankündigung Wladimir Putins, für Gas ab Freitag nur noch Rubel-Zahlungen zu akzeptieren.

Verwirrende Signale kommen derzeit aus Russland: Nachdem Wladimir Putin am Mittwoch dem deutschen Kanzler Olaf Scholz (SPD) noch Gas-Zahlungen in Euro zugeischert haben soll, kündigt er am Donnerstag an, ab 1. April nur noch Rubel zu akzeptieren. Diese Meldung erreichte Bundeskanzler Karl Nehammer und Olaf Scholz just, als sie gemeinsam eine Pressekonferenz gaben. 

Danach sprach Bundeskanzler Karl Nehammer mit PULS 24 darüber, was das denn nun bedeute. Für Österreich zähle nun, die Energieversorgung sicherzustellen und sich auf den nächsten Winter vorzubereiten, sagt er. Man müsse aber abwarten, wie die russische Gazprom auf die OMV zugehen. Noch würde nichts Schriftliches vorliegen, das müsse man abwarten. Man habe aber "aufrechte Verträge" in Euro und Dollar, betont Nehammer. 

Gasmengen unverändert

Beruhigend sei, dass das Wetter nun besser werde und der Gasverbrauch sinke. Für private Haushalte sei das Gas aber ohnehin gesichert, versucht Nehammer zu beruhigen. Für die Industrie arbeite man nun mit der OMV eine Lösung aus. Die Gasliefermengen hätten sich derweil aber noch nicht verändert, so der Kanzler.

Wenn Gas knapp wird, käme "eine Art Kriegswirtschaft"

Bei der Pressekonferenz mit Olaf Scholz betonte Nehammer: Österreich sei "nicht in irgendeiner Weise bereit, die Sanktionen aufzuweichen." Dennoch sprachen sich die beiden Regierungschefs erneut gegen ein vollständiges Öl- und Gasembargo Russlands aus. "Sanktionen machen nur Sinn, wenn sie den treffen, den sie treffen sollen und nicht den schwach machen, der sie ausspricht", erklärte Nehammer. Es sei ein "furchtbares Gefühl, von russischem Gas abhängig zu sein". Seine Aufgabe als Bundeskanzler sei es aber auch, für Energiesicherheit zu sorgen.

Quelle: Redaktion / koa