Journalist Moser in Mykolaiv: "Heute hatte ich wirklich Angst"

17. Aug. 2022 · Lesedauer 2 min

Der Journalist Lukas Moser berichtet aus der Südukraine über die Lage in der vom Krieg gezeichneten Stadt Mykolaiv. Während des PULS 24 Interviews herrscht Fliegeralarm.

Um über den russischen Angriffskrieg zu berichten, fährt der Journalist Lukas Moser durch die Ukraine. Nach Stopps in Kiew, Lemberg und Odessa ist er nun in in der südost-ukrainischen Stadt Mykolaiv angekommen. Die Lage dort sei "komplett anders", schildert er im PULS 24 Interview. In Mykolaiv seien "Tod und Zerstörung in jeder Straßenecke sichtbar". 

In Kirche versteckt

Schon in der ersten Minute nach dem Aussteigen aus dem Auto habe der Fliegeralarm begonnen, so Moser. Den Menschen in Mykolaiv sei bewusst, dass der Fliegeralarm "hier besonders ernst ist". Denn in Kiew etwa gelte der Alarm für die gesamte Region - in Mykolaiv hingegen sei der Fliegeralarm "sehr präzise", erklärt der Journalist. Für die Einwohner gebe es eine App, über die sie den Alarm bekommen. 

Er selbst habe sich in einer Kirche "hinter Bleitüren versteckt", wie er erzählt: "Heute hatte ich wirklich Angst", sagt Moser und betont aber: "Die Menschen hier müssen tagtäglich damit leben". Das sei "gefährlich" und "zermürbend". 

Explosionen auf Krim 

Mittlerweile sei die Wasser- und Stromversorgung in Mykolaiv zusammengebrochen. Menschen würden deshalb in Supermärkte stürmen , um Wasser in Flaschen zu kaufen. "Auch das ist Taktik der russischen Feinde, wie sie hier genannt werden", sagt Moser. Man wolle die Menschen zermürben - und "so stark die Bevölkerung auch ist, mittlerweile schaffen sie es ganz gut". 

Andererseits glaube man in der Ukraine noch daran, dass man die Krim demilitarisieren und dass man Cherson zurückerobern könne. Die Explosionen auf der Krim - "wer auch immer dahintersteckt" - sehe man als Erfolg, da Raketenwerfer getroffen wurden, die für die Südukraine bestimmt gewesen wären, so Moser.

Quelle: Redaktion / koa