APA/APA/ESN/MARIE-LAURE MESSANA

Krim: Islamisten-Zelle zerschlagen - Verbindung zu Explosionen unklar

17. Aug. 2022 · Lesedauer 2 min

Einen Tag nach neuen Explosionen auf der von Russland annektierten Halbinsel Krim melden die dortigen Behörden die Zerschlagung einer mutmaßlichen Islamisten-Zelle. Zudem wechselt Russland den Chef der Schwarzmeer-Flotte aus.

Zum neuen Kommandanten sei Viktor Sokolow ernannt worden, berichtete die Nachrichtenagentur RIA unter Berufung auf Insider. Vor über einer Woche waren mehrere Flugzeuge bei einer Explosion auf einem Luftwaffenstützpunkt auf der 2014 annektierten Halbinsel zerstört worden. Am Dienstag kam es nach russischen Angaben zu einer Explosion in einem Munitionsdepot.

Sechs Personen, die der verbotenen Gruppe Hizb ut-Tahrir angehörten, seien festgenommen worden, erklärte der russische Krim-Gouverneur, Sergej Aksjonow, am Mittwoch auf dem Nachrichtendienst Telegram. Dem russischen Geheimdienst FSB sei der Schlag gegen die Islamisten gelungen.

Zusammenarbeit mit Ukrainern

Die Aktivitäten der Gruppe seien vom Territorium der Ukraine aus koordiniert worden, so Aksjonow. Von der Regierung in Kiew, die die Kontrolle über die 2014 annektierte Schwarzmeer-Halbinsel zurückgewinnen will, gab es zunächst keine Stellungnahme.

Unklarer Zusammenhang mit Krim-Explosion

Aus einer Erklärung des FSB ging nicht hervor, ob die Festgenommenen mit den jüngsten Explosionen auf russischen Militärstützpunkten auf der Krim in Verbindung gebracht werden. Allerdings wurde neben der Stadt Jalta auch Dschankoj als ein Ort genannt, in dem die Islamisten-Zelle ausgehoben worden sein soll. Das russische Verteidigungsministeriums hatte am Dienstag erklärt, bei Dschankoj sei durch einen Sabotage-Akt unter anderem ein Militärdepot beschädigt worden.

Die Ukraine hat bisher nicht erklärt, ob sie für Angriffe auf der Krim verantwortlich ist. Bereits in der vergangenen Woche war ein Stützpunkt schwer beschädigt worden. Militärexperten halten es für möglich, dass ukrainische Partisanen oder Sondereinsatzkommandos weit hinter den Frontlinien des Ukraine-Kriegs aktiv sein könnten. Russland war am 24. Februar in die benachbarte Ex-Sowjetrepublik einmarschiert und hat sein Vorgehen als Spezialoperation mit dem Ziel bezeichnet, militärische Kapazitäten zu zerstören sowie gegen als gefährlich eingestufte Nationalisten vorzugehen. Die Ukraine und ihre Verbündeten sprechen von einem Angriffskrieg.

Quelle: Agenturen / Redaktion / foj