Jordanien an US-Angriffen auf IS in Syrien beteiligt
Die US-Armee und verbündete Streitkräfte hatten nach US-Angaben am Samstag "großangelegte" Angriffe auf den IS in Syrien geflogen. Das für den Nahen Osten zuständige US-Armeekommando CENTCOM bezeichnete das Vorgehen als "direkte Reaktion" auf einen Angriff des IS im Dezember, bei dem in der syrischen Stadt Palmyra drei US-Bürger getötet worden waren.
Der Angriff sei Teil des Einsatzes "Hawkeye Strike", teilte CENTCOM am Samstag im Onlinedienst X mit. Die Angriffe fanden demnach im Rahmen der internationalen Militärkoalition gegen den IS statt. Nähere Angaben zu den Orten der Angriffe wurden zunächst nicht gemacht. Auf einem der Erklärung hinzugefügten, undeutlichen Video war die Luftaufnahme mehrerer separater Explosionen zu sehen, die sich offenbar in ländlichen Gegenden ereigneten. In Ergänzung zu der CENTCOM-Erklärung schrieb US-Verteidigungsminister Pete Hegseth im Onlinedienst X: "Wir werden niemals vergessen und niemals nachgeben."
Am 13. Dezember waren die beiden US-Soldaten und ihr Übersetzer, ein Zivilist mit US-Staatsbürgerschaft, bei einem Angriff durch ein mutmaßliches IS-Mitglied in der Oasenstadt Palmyra getötet worden. Daraufhin griff die US-Armee bereits im Dezember gemeinsam mit ihrem Verbündeten Jordanien dutzende Ziele der Jihadistenmiliz in Syrien an. Anfang Jänner gaben zudem Großbritannien und Frankreich gemeinsame Angriffe auf Ziele bekannt, die laut London und Paris als unterirdische Waffenlager des IS dienten.
Nach Angaben der US-Regierung war der damalige Angreifer ein Einzeltäter mit Verbindungen zum IS. Der IS hatte die zentralsyrische Stadt Palmyra, die in der Nähe einer antiken Ausgrabungsstätte mit griechisch-römischen Ruinen liegt, Mitte der 2010er Jahre zeitweise besetzt.
Der Angriff auf die US-Soldaten in Palmyra war der erste Vorfall dieser Art seit dem Sturz des langjährigen syrischen Machthabers Bashar al-Assad durch die islamistische HTS-Miliz und ihre Verbündeten im Dezember 2024. Es war auch der erste solche Vorfall seit der Wiederaufnahme der diplomatischen Beziehungen zwischen Syrien und den USA.
Die US-geführte Anti-IS-Koalition, der auch Frankreich und Großbritannien angehören, war 2014 gegründet worden, um das von den Islamisten ausgerufene "Kalifat" in Syrien und im Irak zu zerschlagen. Seit 2019 gelten die IS-Jihadisten als besiegt. Viele IS-Kämpfer zogen sich aber in Wüstengebiete in beiden Ländern zurück und gelten weiterhin als Gefahr.
Zusammenfassung
- Jordanien beteiligte sich am Samstag an großangelegten US-geführten Angriffen auf IS-Kämpfer in Syrien, die im Rahmen der internationalen Koalition stattfanden.
- Die Angriffe waren eine direkte Reaktion auf den Anschlag vom 13. Dezember 2024 in Palmyra, bei dem drei US-Bürger getötet wurden.
- Großbritannien und Frankreich griffen Anfang Jänner ebenfalls mutmaßliche IS-Waffenlager in Syrien an, während der IS trotz seiner militärischen Niederlage 2019 weiterhin als Gefahr gilt.
