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Nach Sturm auf die Demokratie: Lula droht Hintermännern

10. Jan. 2023 · Lesedauer 2 min

Rund 1.500 Bolsonaro-Unterstützer wurden vorläufig festgenommen. Ihr Idol wurde eben erst aus einem Krankenhaus in den USA entlassen.

Nach dem Sturm radikaler Anhänger von Brasiliens Ex-Präsident Jair Bolsonaro auf das Regierungsviertel in Brasília hat Staatschef Luiz Inácio Lula da Silva versprochen, diejenigen zu ermitteln und zu fassen, die hinter der Aktion stecken. "Im Namen der Verteidigung der Demokratie werden wir niemandem gegenüber autoritär sein, aber wir werden auch niemandem gegenüber lauwarm sein", sagte Lula in Brasília am Montag (Ortszeit) im brasilianischen Fernsehen.

"Wir werden das untersuchen und die Leute finden, die es finanziert haben." Rund 1.500 Bolsonaro-Unterstützer waren vorläufig festgenommen worden.

Rechtsextreme Putsch-Sehnsucht

Im Fernsehen war auch zu sehen, wie Lula und Gouverneure am Abend vom Regierungssitz Palácio do Planalto zum Obersten Gerichtshof gingen. Am Sonntag hatten Anhänger des rechtsextremen Ex-Präsidenten Bolsonaro das Regierungsviertel in der brasilianischen Hauptstadt gestürmt. Sie brachten kurzzeitig die Schaltzentralen der wichtigsten Staatsgewalten des Landes unter ihre Kontrolle. Sie drangen in den Kongress, das oberste Gericht und den Regierungssitz ein, randalierten und hinterließen eine Spur der Verwüstung. Erst nach Stunden brachten die Sicherheitskräfte die Lage wieder unter Kontrolle. In Rio de Janeiro und São Paulo demonstrierten am Montag Tausende gegen die Aktion.

Ex-Präsident im Spital

Bolsonaro ist unterdessen nach einem kurzen Aufenthalt wieder aus dem Krankenhaus entlassen worden. Dies teilte Bolsonaro am Montagabend (Ortszeit) selbst auf Twitter mit. Kurz nach den Krawallen seiner Anhänger in seinem Heimatland war der frühere Präsident Medienberichten zufolge in der Stadt Orlando im US-Bundesstaat Florida in einem Krankenhaus behandelt worden.

Bolsonaro hatte laut der brasilianischen Zeitung "O Globo" eigenen Angaben zufolge unter starken Bauchschmerzen gelitten. Es ist nicht das erste Mal, dass der rechte Politiker - auch in politisch kritischen Situationen - in die Klinik kommt. Zwei Tage vor dem Ende seiner Amtszeit an Neujahr war er mit seiner Familie in die USA geflogen, wo er sich seither im Bundesstaat Florida aufhielt.

Bei einer Wahlkampf-Veranstaltung im September 2018 hatte ein geistig verwirrter Mann auf Bolsonaro eingestochen und ihm schwere Bauchverletzungen zugefügt.

Quelle: Agenturen / Redaktion / kap