APA - Austria Presse Agentur

Biden wirft Trump nach Corona-Interview "Verrat" vor

10. Sept 2020 · Lesedauer 2 min

US-Präsident Trump hat zugegeben, die Corona-Gefahr im Februar bewusst heruntergespielt zu haben, um keine Panik auszulösen. Sein demokratischer Konkurrent Biden griff ihn daraufhin scharf an.

US-Präsident Donald Trump hat sein Interview mit dem Journalisten Bob Woodward verteidigt. Er habe die Coronavirus-Gefahr absichtlich heruntergespielt, um keine Panik auszulösen. Zugleich verwies er darauf, Maßnahmen wie eine Einschränkung des Reiseverkehrs mit China ergriffen zu haben.

Öffentlich verwies er in dieser Zeit dagegen auf niedrige Fallzahlen in den USA und behauptete mehrfach, das Virus werde mit der Zeit einfach verschwinden. In den USA starben rund 190.000 Menschen nach einer Ansteckung mit dem Coronavirus - zum Teil auch weil sie Warnungen von Experten und Vorsichtsmaßnahmen wie Masken nicht ernst nahmen.

Biden wirft Trump "Verrat am amerikanischen Volk vor"

Trumps Herausforderer im Rennen ums Weiße Haus, Joe Biden, griff den Präsidenten scharf an. Zehntausende Menschenleben hätten gerettet werden können, wenn Trump schneller gehandelt hätte, sagte Biden. "Es war ein Verrat am amerikanischen Volk auf Leben und Tod", twitterte er zudem.

Der Sender "CNN" hatte vorab über das neue Buch von Woodward berichtet und Audio-Mitschnitte aus den Interviews veröffentlicht. "Ich wollte es immer herunterspielen. Ich spiele es auch immer noch gern herunter, weil ich keine Panik erzeugen will", sagte Trump gegenüber Woodward. Der Ausschnitt stammt vom 19. März.  

Coronavirus ist "tödliches Zeug"

In einem Gespräch am 7. Februar hatte Trump den Aufnahmen zufolge das Coronavirus bereits als "tödliches Zeug" bezeichnet. Menschen müssten nicht erst Kontaktflächen anfassen, um sich anzustecken: "Man atmet einfach Luft ein, und das ist, wie es sich überträgt." Die Krankheit sei auch "tödlicher" als die Grippe.

Ende Februar sprach Trump unterdessen bei einer Pressekonferenz im Weißen Haus davon, wie wichtig es sei, sich oft die Hände zu waschen und nicht jeden Griff anzufassen - und dass man sich der Krankheit gegenüber genauso wie bei einer Grippe verhalten sollte. Zugleich behauptete er öffentlich, dass die Sterberate niedriger als bei einer Grippe sei.

In den USA starben bislang rund 190.000 Menschen nach einer Ansteckung mit dem Coronavirus.

Quelle: Agenturen / Redaktion / apb