APA - Austria Presse Agentur

Japans Premier weitet Corona-Notstand auf das ganze Land aus

16. Apr 2020 · Lesedauer 2 min

Der japanische Ministerpräsident Shinzo Abe hat wegen steigender Coronavirus-Fälle den Notstand auf das ganze Land ausgeweitet. Das entschied Abe am Donnerstag bei einem Treffen mit medizinischen Experten. Die Regelungen bleiben demnach bis 6. Mai in Kraft. Japan verzeichnet bisher mehr als 9.400 Infektionen mit dem Coronavirus, mehr als 190 Menschen starben.

Der japanische Ministerpräsident Shinzo Abe hat wegen steigender Coronavirus-Fälle den Notstand auf das ganze Land ausgeweitet. Das entschied Abe am Donnerstag bei einem Treffen mit medizinischen Experten. Die Regelungen bleiben demnach bis 6. Mai in Kraft. Japan verzeichnet bisher mehr als 9.400 Infektionen mit dem Coronavirus, mehr als 190 Menschen starben.

Er hatte diesen am 8. April zunächst nur für den besonders betroffenen Großraum Tokio und einzelne andere Provinzen bis zum 6. Mai verhängt und die Bürger aufgerufen, zu Hause zu bleiben. Von den regionalen Entscheidungsträgern wurde das jedoch als nicht genug empfunden. Immer mehr Präfekturen baten die Regierung, auch in den Notstandsbereich einbezogen zu werden. Manche erklärten von sich aus den Notstand.

Notfallmediziner warnten, immer weniger Krankenhäuser könnten noch Patienten mit hohem Fieber und Atemproblemen aufnehmen. Auch die Schutzausrüstung wird inzwischen knapp: Die Stadt Osaka rief bereits zu Regenmäntel-Spenden als Ersatz für Schutzkleidung auf.

Der nun für das gesamte Inselreich verfügte Notstand bedeutet jedoch keine harten Ausgangssperren wie beispielsweise in Europa. Entsprechend strömen weiter viele Pendler zur Arbeit, wenn auch mit Masken im Gesicht in etwas weniger gefüllten Zügen. Der Notstand ermöglicht es den Gouverneuren der betroffenen Regionen nur, allen Bewohnern mit Nachdruck zu empfehlen, zu Hause zu bleibe. Zudem können sie die Schließung von Geschäften nahelegen sowie anordnen, dass bestimmte Gebiete oder Gebäude für medizinische Zwecke genutzt werden müssen. Ausgangssperren und andere strikte Verbote wie in anderen Ländern dürfen die Behörden in Japan gar nicht verhängen.

Mit der Zahl der Coronavirus-Infizierten in Japan war auch die Kritik an Abe gewachsen. Seine rechtskonservative Regierung habe durch das spärliche Testen die Fallzahlen lange Zeit kleingehalten und zu spät und zu wenig Maßnahmen gegen die Ausbreitung angeordnet, kritisieren Mediziner und internationale Beobachter. Noch immer werden in der drittgrößten Volkswirtschaft der Welt viel weniger Tests durchgeführt als in anderen Ländern.

Unter den Infizierten und Toten sind auch 712 Infizierte und 13 Todesfälle unter Menschen, die sich auf einem Kreuzfahrtschiff befanden. Bisher war das Land von der Corona-Pandemie weniger stark betroffen als Europa und die USA. Ein kürzlich festgestellter Anstieg der Fälle, vor allem in Tokio, hatte jedoch Besorgnis ausgelöst.

Quelle: Agenturen