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Houthi bestätigen Tod von "Premier" bei Angriff Israels

Heute, 14:38 · Lesedauer 2 min

Der Chef der Houthi-Regierung in Teilen des Jemen ist nach Angaben der Rebellen bei einem israelischen Angriff auf die jemenitische Hauptstadt Sanaa getötet worden. Das bestätigte die Miliz am Samstag. Bei dem Angriff am Donnerstag seien auch mehrere Minister ums Leben gekommen, berichtete eine von der Miliz betriebene Nachrichtenagentur unter Berufung auf eine Erklärung des Houthi-Anführers Mahdi al-Mashat.

Schon am Freitag hatt es aus Houthi-nahen Quellen geheißen, "Ministerpräsident" Ahmed al-Rahawi sei getötet worden - neben mehreren Leibwächtern. Auch das jemenitische Nachrichtenportal "Adan al-Ghad" hatte unter Berufung auch nicht näher genannte Quellen von der Tötung Rahawis berichtet. Er soll demnach mit mehreren Begleitern in einem Wohnhaus getroffen worden sein. Die Houthi hatten sich am Freitag zunächst nicht selbst dazu geäußert.

Die israelische Luftwaffe hatte am Donnerstag erneut im Jemen angegriffen. Dem Militär zufolge wurden "militärische Ziele" angegriffen. Israelische Medien berichteten, der Angriff habe hochrangigen Houthi-Funktionären gegolten.

Rahawi war im August vergangenen Jahres von den Houthi zum "Regierungschef" ernannt worden. Beobachtern in Sanaa zufolge galt er allerdings lediglich als symbolische Figur ohne nennenswerten Einfluss. Die Houthi haben in den von ihnen kontrollierten Gebieten des Jemen, darunter die Hauptstadt Sanaa, eine Art Parallelregierung gebildet. Diese Regierung hat keine internationale Anerkennung. Sie repräsentiert nur den Houthi-Apparat in den von ihnen kontrollierten Gebieten.

Seit Beginn des Gaza-Krieges greifen die Houthi Israel immer wieder mit Raketen und Drohnen an - nach eigenen Angaben als Ausdruck ihrer Solidarität mit der Hamas. Sie werden von Israels Erzfeind Iran unterstützt. Israel greift im Gegenzug Ziele im Jemen an, die es nach eigenen Angaben im Zusammenhang mit den militärischen Aktivitäten der Houthi sieht.

Die Houthi bezeichnen sich offiziell als "Ansar Allah" ("Unterstützer Gottes") und sind nach Einschätzung von Experten die stärkste Kraft im Jemen, wo seit 2014 ein Bürgerkrieg herrscht.

Mit der Verkündung von Rahawis Tod wurde umgehend ein Nachfolger ernannt. Der oberste politische Rat der Houthi habe Mohammed Ahmed zum "amtierenden Ministerpräsidenten" ernannt, erklärte die Organisation laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Saba, die von den Houthi kontrolliert wird. Mohammed Ahmed diente bisher als Vize Rahawis.

Zusammenfassung
  • Der Chef der Houthi-Regierung im Jemen, Ahmed al-Rahawi, wurde nach Angaben der Miliz am Samstag offiziell für tot erklärt, nachdem er am Donnerstag bei einem israelischen Luftangriff auf Sanaa ums Leben kam.
  • Neben Rahawi starben auch mehrere Minister und Leibwächter bei dem Angriff, der laut israelischem Militär auf militärische Ziele abzielte und sich gegen hochrangige Houthi-Funktionäre richtete.
  • Nach der Bestätigung des Todes wurde Mohammed Ahmed, bisher Vize, von den Houthi zum amtierenden Ministerpräsidenten ernannt.