Heinz-Christian Strache: "Ich bin der transparenteste Politiker Österreichs"

Mai 25, 2020 · Lesedauer 5 min

Bei PULS 24-Infochefin Corinna Milborn spricht Ex-Vizekanzler Heinz-Christian Strache ausführlich über den U-Ausschuss, Deals, Gucci-Schuhe und was er mit seinen möglichen Mandatseinnahmen vor hat.

Vor gut einem Jahr trat Heinz-Christian Strache nach dem Ibiza-Skandal als Vizekanzler ab, kurz darauf auch als FPÖ-Parteichef. Mittlerweile ist er Vorsitzender des "Team HC Strache – Allianz für Österreich" und wird bei der Wien-Wahl im Herbst antreten. Zuvor ist er ab Anfang Juni zum Ibiza-U-Ausschuss geladen und am Montag zu Gast bei PULS 24-Infochefin Corinna Milborn. Das gesamte Gespräch gibt es im Video, hier die zentralen Aussagen von Strache im Überblick.

Strache zum Ibiza-U-Ausschuss

Es gibt viele Verleumdungen und es gilt diese aufzuklären. Es gibt auch Ermittlungen und ich stelle mich der Staatsanwaltschaft um diese Verleumdungen restlos aufzuklären. Zusätzlich gibt es den Untersuchungsausschuss, der natürlich auch politisch zu werten und zu sehen ist.

Strache zu "Deals" zwischen der FPÖ und Novomatic (Stichwort: Peter Sidlo)

Also ich habe nie von einem Deal gesprochen. Es gab auch keinen Deal, das ist ein Unsinn.

Strache zur SMS von Peter Sidlo mit dem Inhalt: "Könnte sein, dass sich der Egon Zehnder (Headhunter) bei dir meldet bzgl. Referenz für mich. Dann erzähl ihm halt, wie toll ich bin."

Frau Milborn, sie können sich über private, lustig gemeinte SMS natürlich in der Öffentlichkeit lustig machen. Aber, dass das natürlich eher ein witziges und lustiges SMS war, das kann jeder auch bemessen.

Strache zu Vorwurf private Spesen verrechnet zu haben

Ich habe kein Spesengeld erhalten. Ich habe monatlich keinerlei Spesengelder erhalten. Ich habe auch keine Spesenabrechnungen eingereicht. Sondern es gab ein Büro und ein Büromanagement. Und dieses Büromanagement hatte eine Kassa, eine Handkassa. Dort haben alle Mitarbeiter ihre Spesen abgerechnet und das Büromanagement hat dann diese Abrechnungen dem zuständigen Finanzreferenten und Rechnungsprüfer übergeben und die haben alle diese Rechnungen geprüft. Dort, wo es eine private Ausgabe gab, wurde es verrechnet und dort, wo es einen beruflichen Hintergrund hatte, gab‘s eine Genehmigung. Diese Genehmigungen sind geprüft. Bei allen Parteitagen hat es Entlastungen gegeben.

Strache zu den Aussagen seiner ehemaligen Büroleiterin bezüglich der Doppelbuchhaltung und dem Vorwurf, u.a. Gucci-Schuhe verrechnet zu haben

Das sind solche Ungeheuerlichkeiten. Noch dazu wo man aufgrund des jetzt schon vorhandenen Ermittlungsstandes weiß, dass mindestens seit 2012 dieser besagte Sicherheitsmann Teil des Ibiza-Netzwerkes ist und dieser besagte Sicherheitsmann offenbar für Geld auch dort den Auftrag hatte, Dinge gegen meine Person zu konstruieren um mich zu Fall zu bringen.  

Deshalb bin ich froh, wenn endlich von Seiten der Staatsanwaltschaft diese Rechnungen, die ich bis heute nicht gesehen habe, die man mir bis heute nicht vorgelegt hat, endlich vorgelegt bekomme, um beweisen zu können, dass dieser Herr und ich weiß nicht wer noch aller, offenbar mit Dingen operiert hat, wo er selbst Ausgaben getätigt hat, wo er Scheinrechnungen gemacht hat, um vielleicht für sich selbst Dinge abzurechnen, mit denen ich nichts zu tun habe. Ich habe gar keine Gucci-Schuhe. Ich habe in meinem ganzen Leben keine Gucci-Schuhe gehabt. Und das zeigt, wie unsinnig das ist.

Strache zum Vorwurf, er habe seine Ex-Frau bespitzeln lassen und es der FPÖ verrechnet

Sie werden verstehen, dass ich zu einem tiefst privaten Thema sicher keinen Kommentar abgeben werde. Schön ist, dass ich zu meiner ehemaligen Frau ein sehr gutes Verhältnis habe und darüber bin ich auch froh. Wir haben zwei gemeinsame entzückende Kinder und ich find das auch gut. Und ich finde es insofern schäbig, dass ein Boulevardblatt (Kronen Zeitung, Anm.) offenbar aus den Akten der Staatsanwaltschaft solche Geschichten kreiert und dann auch noch versucht die Familie irgendwie hineinzuziehen. Das ist nicht schön, das ist nicht gut. Aber gut, man muss es zur Kenntnis nehmen. Da habe ich schon vieles erlebt und werde noch vieles erleben. Ich glaube, da kann sich auch jeder selbst ein Bild machen. Faktum ist: Ich werde dazu keinen Kommentar abgeben, außer das alles korrekt und legitim verlaufen ist.

Strache zu Transparenz

Ich bin der transparenteste Politiker Österreichs.

Strache zu seinen derzeitigen Einkünften

Ich bin seit 1. Oktober Unternehmer und verdiene als Unternehmer zum Glück auch ein Geld. (...)  Ich habe eine Consultingfirma und ich begleite Entwicklungsprojekte. Firmenprojekte, die ich in der Begleitung auch sicherstelle und natürlich auch versuche, Finanzierungen für gewisse Projektentwicklungen möglich zu machen.

Strache über den Plan für seine Mandatseinnahmen

Wir machen das aus Idealismus. Und ich bin ja auch so weit, dass ich sage, wenn ich ein Mandat annehmen werde, dann werde ich in Zukunft mein Mandat spenden. (...) Das heißt, mein gesamtes Gehalt, das ich in Zukunft annehme, werde ich spenden. Eins zu eins und natürlich transparent für Vereine, die dann auch diesen guten Zweck sicherstellen können.

Strache über die Finanzierung des Wahlkampfs

Faktum ist, wir machen das aus Idealismus, wir machen das ehrenamtlich. Wir haben in der Partei außer wenige Mitgliedseinnahmen, die jetzt langsam eintrudeln, kein Geld. Es sind ja bereits über 4.500 Mitglieder österreichweit. Da gibt’s jetzt Mitgliedseinnahmen, aber diese Einnahmen sind relativ gering. Es gibt einen Klub der seine Arbeit verrichtet und ja, natürlich werden wir dafür kämpfen, dass wir hoffentlich auch einen Kredit bekommen, damit wir einen bescheidenen Wahlkampf sicherstellen können.

Quelle: Redaktion / moe