Harrer zu Protesten im Iran: "Befürchte wirklich das Schlimmste"

03. Okt. 2022 · Lesedauer 2 min

Die Nahostexpertin und "Standard"-Journalistin Gudrun Harrer erklärt im Newsroom LIVE mit Fabian Kissler, wie die Qualität der Proteste im Iran einzuschätzen ist und welche Strategie das iranische Regime fährt.

Es gebe noch Eskalationspotential, meint die Nahostexpertin und "Standard"-Journalistin Gudrun Harrer zu den Protesten im Iran. Die Rede des geistlichen Oberhaupts des Irans, Ayatollah Ali Khamenei, habe gezeigt, dass das iranische Regime auch dazu bereit sei.

Iran steht vor "Wandel"

Das sei auch deshalb der Fall, weil sich der Iran "in einer Übergangszeit" befinde - Khamenei sei sehr krank. Gerade in diesen Zeiten steige die Repression, "wenn man weiß, es wird einen Wandel geben". Die Zügel werde das iranische Regime nicht locker lassen, "darum befürchte ich wirklich das Schlimmste", meint Harrer.

Der Unterschied zu früheren Protesten bestehe laut Harrer in der "geografischen Verteilung" und den verschiedenen Bevölkerungsgruppen, "die darauf bestehen, eine Einheit zu bilden". So fände sich unter den Protestierenden Frauen ohne aber auch mit Kopftuch.

"Leute haben die Nase voll"

"Die Leute auf der Straße haben einfach die Nase voll", konstatiert die Nahostexpertin. Die iranische Bevölkerung plagten große wirtschaftliche und soziale Sorgen - das Kopftuch symbolisiere den Zwang insgesamt, den das Regime auf die Bevölkerung ausübe.

Ob das Regime letztlich zu Fall kommt, möchte Harrer nicht prophezeien. Nur so viel: "Wir haben vieles nicht gedacht", meint sie in Bezug auf den Arabischen Frühling 2011.

Maximilian SperaQuelle: Redaktion / msp