APA - Austria Presse Agentur

Grüner Bürgermeister Willi: "Türkis wird verblassen und Schwarz zurückkehren"

11. Okt 2021 · Lesedauer 2 min

Innsbrucks Bürgermeister Georg Willi (Grüne) schließt aus, dass es jemals wieder eine Regierung unter Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) mit Beteiligung der Grünen geben wird.

Ein klares "Nein" antwortet Innsbrucks Bürgermeister Georg Willi (Grüne) auf die Frage, ob Sebastian Kurz jemals wieder Kanzler einer Regierung mit Grünen-Beteiligung sein werde. Im Interview mit der "Presse" sagt er, dass er nicht glaube, dass die ÖVP selbst noch glaube, dass an den Vorwürfen gegen Sebastian Kurz nichts dran sei. "Ich denke nicht, dass die ÖVP das glaubt. Am Wochenende wurde endgültig widerlegt, dass die Türkisen innerhalb der Volkspartei die Zukunft und die Schwarzen die Altbackenen sind", sagt Willi. 

"Die Landeshauptleute haben gesehen, mit welcher Respektlosigkeit und Brutalität Sebastian Kurz vorging, um Reinhold Mitterlehner abzumontieren", sagt Willi, der besonders Vorarlbergs Landeshauptmann Markus Wallner (ÖVP) hervorhob. "Sie alle werden jetzt mit Argusaugen beobachten, wie Kurz und seine Vertrauten vorgehen, und ihnen nicht mehr alles durchgehen lassen. Türkis wird nach und nach verblassen und Schwarz zurückkehren", so Willi. 

"Wir können nur über den Kanzler abstimmen"

Die Grünen hatten nach dem Bekanntwerden von weiteren Vorwürfen gegen Sebastian Kurz gemeint, dass Kurz nicht mehr amtsfähig sei - nun wird Kurz Klubobmann der ÖVP. Für Willi gebe es an beide Posten die selben Ansprüche, "aber wir können nur über den Kanzler abstimmen", so Willi zur "Presse". Willi rechnet außerdem damit, dass noch weitere Chat-Verläufe auftauchen werden. 

Mit baldigen Neuwahlen rechnet der Bürgermeister nicht. Die ÖVP werde die Vertrauten von Sebastian Kurz "nach und nach austauschen", sagt Willi. Schallenberg stehe "jetzt vor der Entscheidung, ob er diesen Kurs von Kurz fortsetzen will oder ob er in Absprache mit der Volkspartei einen eigenständigen entwickelt".

Alle aktuellen Entwicklungen im PULS 24 Liveticker:

Quelle: Redaktion / koa