Mehr Atomwaffen für Großbritannien: Boris Johnson will aufrüsten

17. März 2021 · Lesedauer 2 min

Erstmals seit Jahrzehnten der Abrüstung will die britische Regierung wieder einen Ausbau ihres Atomwaffenarsenals ermöglichen.

Großbritannien will mehr Atomwaffen: Das geht aus einem Dokument zur strategischen Neuausrichtung des Landes nach dem Brexit hervor, das Premier Boris Johnson am Dienstag im Parlament vorgestellt hat. Die Risiken seien weltweit gestiegen, deshalb sollen die Beschränkung von derzeit 180 Atomsprengköpfe auf bis zu 260 erhöht werden, um ein Minimum an Abschreckung aufrechtzuerhalten.  Die britische Regierung will "das Vereinigte Königreich stärker, sicherer und wohlhabender" machen, sagte der britische Regierungschef. 

Johnson plant 24 Milliarden Pfund (27,9 Milliarden Euro) in die Streitkräfte zu investieren. Die Atomwaffenbeschaffung sei Teil davon, sagte Johnson. Die Regierung lobt die sogenannte "Integrated Review" als radikalste Neubewertung des britischen Platzes in der Welt seit dem Ende des Kalten Krieges.

Atomsprengköpfe gegen "zerstörerische Technologien"?

Die Sprengköpf-Obergrenze soll nicht nur erhöht werden, sondern die alten auch durch neuere ersetzt werden. Einige Staaten steigerten und veränderten ihr Atomwaffenarsenal deutlich, hieß es in dem Strategiepapier. "Der schärfere globale Wettbewerb, Herausforderungen die internationale Ordnung betreffend und die Ausbreitung von möglicherweise zerstörerischen Technologien sind alles Gefahren für die Stabilität." Die Sicherheit des Landes müsse aber gewährleistet werden.

Anzahl der Sprengköpfe in Britannien unbekannt

Wie viele Sprengköpfe Großbritannien derzeit besitzt, ist offiziell nicht bekannt. Daher ist nicht klar, ob Großbritannien sein Arsenal tatsächlich vergrößern oder nur weniger reduzieren will als bisher geplant. Die Vereinigung Amerikanischer Wissenschafter FAS beziffert das britische Arsenal (Stand 2020) auf 195, von denen 120 einsatzfähig stationiert sind. Ein Regierungssprecher betonte, die Verpflichtungen Großbritanniens aus dem Atomwaffensperrvertrag würden von der Anpassung nicht verändert.

 

Quelle: Agenturen