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Helfer "im Dauereinsatz"

Schneechaos: Betrieb auf Flughafen Wien eingestellt, Straßen gesperrt

Heute, 05:52 · Lesedauer 4 min

Das Winterwetter hat am Freitag für große Probleme gesorgt. Der Betrieb am Flughafen Wien in Schwechat (Bezirk Bruck an der Leitha) wurde vorübergehend eingestellt. Auch die Wiener Außenring Autobahn (A21) war gesperrt. Zahlreiche Unfälle im Osten sorgten für Feuerwehreinsätze.

"Aus derzeitiger Sicht sollen ab 12.00 Uhr wieder einzelne Starts möglich sein, ab 13.00 Uhr auch wieder Landungen", teilte Airport-Sprecher Peter Kleemann mit. Die Wiener Außenring Autobahn (A21) war gesperrt. Neben hunderten Feuerwehreinsätzen gab es auch Stromausfälle.

"Wir empfehlen Reisenden, sich bei ihren Fluglinien über den Status ihrer gebuchten Flüge zu informieren", sagte Kleemann. Wenn Verbindungen abgesagt wurden, "ersuchen wir Passagiere, nicht zum Airport zu kommen". 

Ankommende Flüge wurden zu anderen Airports umgeleitet. Von Freitagfrüh bis 12.00 Uhr sind laut Plan 232 Verbindungen vorgesehen (112 ankommende, 120 abfliegende). 

19 davon wurden gestrichen, weitere Ausfälle "sind nicht auszuschließen und es ist jedenfalls mit Verzögerungen zu rechnen", hieß es. Es werde "mit Hochdruck" daran gearbeitet, den Flugbetrieb so rasch wie möglich wieder aufzunehmen.

"Der Niederschlag hält seit den Nachtstunden durchgehend an, aktuell verzeichnen wir rund 20 Zentimeter Schneehöhe", berichtete Kleemann. 

Der Winterdienst sei seit Donnerstagabend "durchgehend im Einsatz" - rund 200 Mitarbeiter und über 100 Fahrzeuge sind seitdem mit Räumung und Enteisung beschäftigt. Etwa 1.000 Lkw-Fuhren mit insgesamt rund 15.000 Tonnen Schnee wurden in den letzten zwölf Stunden beseitigt. Geräumt werden muss eine Fläche von um die drei Millionen Quadratmeter (inklusive Vorfeld, Pisten, Rollwege und alle weiteren Betriebs- und Verkehrsflächen).

Zahlreiche Verkehrsbehinderungen und Sperren

Auf den schneeglatten Fahrbahnen blieben auf vielen Abschnitten Schwerfahrzeuge hängen und blockierten die Straßen, dazu kamen Unfälle. 

Von Kärnten bis nach Niederösterreich waren etliche Verbindungen nicht befahrbar, informierte der ÖAMTC in einer Aussendung. Geraten wurde, nicht notwendige Wege auf einen späteren Zeitpunkt zu verschieben.

Die A21 wurde gegen 2.30 Uhr auf gesamter Strecke in beiden Richtungen gesperrt. Ausweichen war nur großräumig möglich. Voraussichtlich kann die Sperre laut ÖAMTC erst am späteren Nachmittag aufgehoben werden. 

Auf der Westautobahn (A1) waren zwischen Loosdorf (Bezirk Melk) und dem Knoten Steinhäusl mehrere Lkw liegen geblieben, abschnittsweise war nur eine Spur befahrbar. Staus waren die Folge. Auch auf der Semmering Schnellstraße (S6) kam es wegen hängen gebliebener Lastwagen zu Behinderungen. Probleme gab es auch auf der Südautobahn (A2) und der Pyhrn Autobahn (A9).

Helfer "im Dauereinsatz"

Rettungsdienst sowie Feuerwehr und Polizei seien seit Donnerstagabend "im Dauereinsatz", berichtete Philipp Gutlederer von Notruf NÖ. Es komme immer wieder zu Verkehrsunfällen im Schneetreiben. 

Die meisten davon ereigneten sich auf der Autobahn, auch Sattelzüge waren hier involviert. Bis Freitagfrüh wurden seinen Angaben zufolge 30 Verkehrsunfälle verzeichnet, die einen Rettungseinsatz erforderlich machten. Bisher habe es großteils nur Leichtverletzte und Blechschäden gegeben, zwei Personen erlitten laut Gutlederer schwere Blessuren. 

"Seit den frühen Morgenstunden erreichen uns aber wieder laufend Notrufmeldungen von Verkehrsunfällen im Frühverkehr. Wir rechnen erst gegen Mittag mit einer Entspannung der Situation", sagte Gutlederer. Im Bahnverkehr gebe es vorerst in Niederösterreich keine größeren Probleme, sagte ÖBB-Sprecher Christopher Seif.

Seit Donnerstagabend rückten in Niederösterreich 450 Feuerwehren zu 374 Einsätzen aus, sagte Klaus Stebal vom Landeskommando zur APA. 

Der Großteil davon entfiel auf den Süden des Landes, aber auch der Raum St. Pölten und der Bezirk Mödling waren stark betroffen. In Wiener Neudorf mussten etwa mehrere Bäume, die der Schneelast nicht standgehalten haben, mittels Motorkettensäge entfernt werden, berichtete die Feuerwehr in einer Aussendung.

In vier Regionen in Niederösterreich kam es zu lokalen Stromausfällen. "Auslöser sind Bäume oder Äste, die aufgrund der Schneemassen in die Stromleitungen fallen, die Leitungen dadurch beschädigen und die somit die Unterbrechungen verursachen", teilte Netz NÖ mit. Im Raum Edlitz (Bezirk Neunkirchen) waren zwischenzeitlich rund 1.400 Haushalte betroffen, im Raum Lassee (Bezirk Gänserndorf) in den Morgenstunden circa 775. Im Mostviertel waren rund 1.400 Kunden in Hart und um die 450 in Kilb ohne Strom.

Video: Der Winter trifft den Osten Österreichs

Zusammenfassung
  • Der Betrieb am Flughafen Wien wurde am Freitag witterungsbedingt vorübergehend eingestellt, ab 9.00 Uhr sollen einzelne Starts und ab 10.00 Uhr wieder Landungen möglich sein.
  • Passagiere werden gebeten, sich bei ihren Fluglinien über den Status zu informieren und bei Flugabsagen nicht zum Airport zu kommen, während ankommende Flüge zu anderen Flughäfen umgeleitet wurden.
  • Die Wiener Außenring Autobahn (A21) ist auf gesamter Strecke in beiden Richtungen gesperrt, auf der Westautobahn (A1) kam es zu mehreren Unfällen und abschnittsweisen Sperren.