APA - Austria Presse Agentur

Größter Rivale Erdogans im Visier der Justiz

04. Mai 2021 · Lesedauer 1 min

Wegen angeblicher "Respektlosigkeit" haben die türkischen Behörden Ermittlungen gegen den Bürgermeister von Istanbul eingeleitet. Er gilt als einer der größten Rivalen von Staatschef Recep Tayyip Erdogan.

Das türkische Innenministerium teilte am Dienstag mit, gegen Bürgermeister Ekrem Imamoglu gebe es nun Ermittlungen, weil er sich bei einem Besuch des Mausoleums von Sultan Mehmet II. im vergangenen Jahr "respektlos" verhalten habe.

Nach Informationen der oppositionellen Tageszeitung "Cumhuriyet" wird dem Oppositionspolitiker vorgeworfen, mit den Händen auf dem Rücken vor dem Grabmal von Mehmet II. gestanden zu haben - eine Haltung, die als Beleidigung des Andenkens an den Sultan betrachtet werde, der Istanbul 1453 eroberte. Der Sprecher der Istanbuler Stadtverwaltung, Murat Ongün, bezeichnete das Vorgehen als "unsinnig".

Ermittlungen wegen Kontakts zu pro-kurdischer Partei

Die Ermittlungen befassen sich auch mit Besuchen Imamoglus bei Bürgermeistern der pro-kurdischen Partei (HDP). Dabei habe er sich "lobend über Kriminelle" geäußert, erklärte das Innenministerium weiter. Die türkische Regierung beschuldigt die HDP, der politische Arm der Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) zu sein, die von Ankara als "terroristische" Organisation eingestuft wird.

Möglicher Herausforderer Erdogans

Als Mitglied der größten Oppositionspartei, der sozialdemokratischen CHP, gilt Imamoglu als einer der prominentesten Gegner von Präsident Erdogan. Von Beobachtern wird er oft als potenzieller Herausforderer Erdogans bei der Präsidentschaftswahl 2023 gehandelt. 

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Quelle: Agenturen