Mangott: Putin hat wenig Soldaten aber "keinen echten Verhandlungswillen"

12. Sept. 2022 · Lesedauer 2 min

Weder der russische Präsident Wladimir Putin, noch der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj seien derzeit zu Verhandlungen bereit, erklärt der Politikwissenschaftler Gerhard Mangott.

Die Gegenoffensive der Ukraine in Charkiw hat die russischen Truppen schwer getroffen. Der Politikwissenschaftler Gerhard Mangott von der Universität Innsbruck führt den Rückzug Russlands unter anderem auf fehlende Soldaten zurück.

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Der Sieg sei laut Mangott moralisch enorm wichtig für die Ukraine: "Es ist eine Schmach für die Russen, die Hals über Kopf fliehen mussten." Zusätzlich hätte die Ukraine dadurch gegenüber die Europäischen Union einen Vorteil erlangt. Erfolge wie in Charkiw würden zeigen, "wenn die Ukraine nur die richtigen Waffen habe, sei sie in der Lage die Russen zurückzudrängen." Das motiviere Länder wie Deutschland weiter schweres Gerät an die Ukraine zu liefern.

Auch Militärexperte Gerald Karner sah im PULS 24 Interview die erfoglreiche Gegenoffensive als einen "Wendepunkt des Krieges".

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Keine friedliche Lösung in Sicht

Dass der Krieg nicht mit Waffen, sondern Verhandlungen weitergehe, hält Mangott derzeit für unrealistisch. Andeutungen des russischen Außenminister Lawrow diesbezüglich seien ein "PR-Coup". "Es gibt keinen echten Verhandlungswillen auf russischer Seite und auch nicht auf ukrainischer", erklärt er. Selensky habe bereits erklärt, dass er erst verhandeln würde, wenn alle russischen Soldaten das ukrainische Territorium verlassen hätten. 

Russland unter Druck

Russland sei derzeit laut Mangott in einer Zwickmühle. Putin würden die Soldaten fehlen, um die ganze Front abzudecken. Das könnte durch eine Generalmobilmachung geändert werden, diese sei aber mit hohen politischen Kosten verbunden und demnach unwahrscheinlich. Eine solche Mobilmachung würde die "scheinbare Ruhe", die Putin innerhalb seines Landes zu schaffen versuche, gefährden. 

Quelle: Redaktion / mbe