Mangott: "Es war nicht Putins Jahr"

07. Okt. 2022 · Lesedauer 2 min

Politikwissenschaftler Gerhard Mangott sagt im PULS 24 Interview, dass sich der russische Machthaber Wladimir Putin beim Ukraine-Krieg "verkalkuliert" habe. Während er bei seiner Machtübernahme als liberaler Politiker galt, sei jetzt nur mehr Misstrauen übrig.

Putin habe laut Mangott die militärische Kraft der russischen Armee überschätzt und die Widerstandskraft der Ukraine unterschätzt. Er habe sich bei der Ausgangslage der Ukraine "verkalkuliert" und müsse nun dementsprechend Niederlagen verzeichnen. Mangott meint trocken: "Es war nicht sein Jahr".

Putins Image am Bröckeln

Als Putin im Jahr 2000 an die Macht kam, galt er als Reformer. Sein Ziel, Russland erneut zu einer Großmacht zu machen, wollte er mit Hilfe des Westens erreichen. Mangott meint, Putin sei klar gewesen, dass er "wirtschaftlich und finanziell" mit dem Westen zusammenarbeiten müsse. Putin hätte sich allerdings immer mehr an den Rand gedrängt und betrogen gefühlt, was tiefes Misstrauen in ihm schürte. 

Putins Image sei durch den Ukraine-Krieg beschädigt. Früher machte Putin den Eindruck er könne Stabilität garantieren und sei ein erfolgreicher Politiker, der bekommt was er will. Doch dieses "Sieger-Image ist angekratzt", so der Politikwissenschafter.

Kein "Armageddon"

Mangott glaubt nicht, dass es ein "Armageddon" geben wird, wie US-Präsident Joe Biden warnend meinte. Er hält es jedoch für möglich, dass taktische Nuklearwaffen in der Ukraine zum Einsatz kommen könnten. Als Reaktion des Westens könnte es zu einem "konventionellen Schlag" kommen. Dieser würde sich gegen russische Militärbasen in der Ukraine richten, die die taktische Waffe abgeschossen haben.

Die weltpolitische Situation bleibt also angespannt.

Quelle: Redaktion / poz