Karner: Russische Soldaten sind "Kanonenfutter"

21. Nov. 2022 · Lesedauer 2 min

Der Wintereinbruch kommt näher, im Ukraine-Krieg sind weder die Ukraine noch Russland darauf vorbereitet. Russland nutzt weiterhin das AKW Saporischschja als Waffenlager, obwohl das auch für sie selbst ein großes Risiko birgt.

Zuletzt kam es wieder zu Kampfhandlungen rund um das ukrainische Atomkraftwerk Saporischschja. Das sei zu erwarten, so lange Russland das AKW als Waffenlager nutze, so PULS 24 Militärexperte Gerald Karner. Warum Russland die Stätte noch als Lager nutzt, ist unklar. Aufgrund der aktuellen Wetterlage würde auch Russland selbst stark von einer radioaktiven Wolke betroffen sein, wenn es zu einem Nuklear-Unfall kommen würde. 

Der Militärexperte nennt das AKW einen "Faustpfand" - Russland würde mit den Kampfhandlungen gezielt die Weltöffentlichkeit unter Druck setzen. 

Mutmaßliche Hinrichtungen russischer Soldaten

Aktuell würden Hinrichtungsvideos kursieren, auf denen zu sehen sei, wie russische Soldaten von ukrainischen hingerichtet werden. Bekannt sei laut Karner dazu, dass das Feuer von den Russen gestartet wurde, aber diese sich zuvor ergeben hätten. Dass derartige Situationen in dieser Weise eskalieren, sei der angeheizten Kriegssituation geschuldet.

Allgemeine Situation

Militärexperte Karner rechnet nicht mit russischen oder ukrainischen Offensiven im Winter. Beide Kriegsparteien würden mit dem Wintereinbruch kämpfen, vor allem Russland müsse in der Ostukraine aktuell hohe Todeszahlen beklagen. Grund dafür seien die schlechte Unterbringung und die fehlende Ausbildung der Soldaten. Russland behandle seine Soldaten an der Front wie "Kanonenfutter". Die Ukraine würde auch weiterhin jede Chance nutzen, den russischen Streitkräften Schaden zuzufügen. 

Keine russische Anti-Kriegsbewegung

In Russland selbst gäbe es eine "partielle Trendwende" in der öffentlichen Meinung zum Ukraine-Krieg, aber keinen Stimmungsumschwung. Es gäbe keine große Gegenbewegung in Russland, aber das russische Narrativ bröckelt. "Spätestens seit der Mobilmachung gibt es eine erhöhte Aufmerksamkeit gegenüber dem Ukraine-Krieg", so Karner. Krieg und die Kriegsführung würden infrage gestellt, aber Schuldige an der Situation würde noch niemand benennen. Hier würde auch die Ukraine in ihrer Kriegsführung ansetzen, es würden verstärkt Informationen kommuniziert werden, die betonen, wie schlecht es um Russland stehe. 

Auch Osteuropa-Experte und Politikwissenschaftler Alexander Dubowy sieht keinen breiten Widerstand in der russischen Bevölkerung. 

Franziska SchwarzQuelle: Redaktion / frn