Karner: Russen steht harter Kriegswinter bevor

21. Okt. 2022 · Lesedauer 2 min

PULS 24 Militärexperte Gerald Karner spricht im Interview mit Anchorwoman Bianca Ambros über die Angriffe Russlands auf die kritische Infrastruktur der Ukraine und wie sich die Situation im Winter gestalten dürfte.

Dass Putin mit den Angriffen auf die ukrainische Infrastruktur eine Fluchtbewegung gen Westen auslösen will "ist das Ziel der politischen Führung" Russland erklärt PULS 24 Militärexperte Gerald Karner. Russland wolle den Menschen zudem "die Versorgung mit den Grundelementen" nehmen. Zusätzlich soll damit der Druck auf den Westen steigen und der Kampwillen der ukrainischen Bevölkerung gebrochen werden.

Russische Strategie nicht "erhoffter Erfolg"

Doch bereits bisher sei hatte diese Strategie nicht den Erfolg, "den man sich erhofft hatte", konstatiert Karner. Die Bombardements konnten den Widerstandswillen eher bestärken denn brechen. Außerdem seien "nicht so viele Menschen geflüchtet, wie russischerseits erhofft".

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj wies darauf hin, dass Russland die Sprengung des Staudamm Kachowka plane. Das wäre in der Tat "absolut denkbar und eine Katastrophe", zudem "ein klares Kriegsverbrechen", meint Karner. Die Folge wäre ein "riesiges Überschwemmungsgebiet", dass zumindest auf Wochen oder Monate unpassierbar wäre.

Schwieriger Winter für russische Armee

In den nächsten Wochen erwartet Karner weitere Angriffe auf die ukrainische Infrastruktur mit Drohnen und Flugmarschkörpern, um eben den Kampfwillen der Ukraine zu brechen. Das wird aber wohl auch dieses Mal nicht funktionieren, wenn man auf die Ausstattung der Armeen blickt.

So meint Karner, dass in der russische Armee "Berufssoldaten durch Reservisten ersetzt" würden. Die "schwierigen Bedingungen des Winters" bzw. die schlechte Ausbildung könnte die Moral weiter drücken. Die ukrainischen Truppen hingegen seien auf den Winter "gut vorbereitet".

Maximilian SperaQuelle: Redaktion / msp