APA/APA (Archiv)/GEORG HOCHMUTH

Foitik: Politiker missbrauchen Rettung im Kampf gegen Klimaschützer

12. Jan. 2023 · Lesedauer 2 min

Gerald Foitik, Bundesrettungskommandant des Roten Kreuzes, verteidigt die Klima-Aktivist:innen. Staus würde auch andere verursachen.

Der Ton gegenüber den Klima-Aktivist:innen seitens der österreichischen Spitzenpolitik wurde zuletzt immer härter. Nicht ganz zufällig - in Niederösterreich stehen schließlich Wahlen an und die Aktivist:innen starteten eine Aktionswoche mit zahlreichen Blockaden. 

Die Aktivist:innen würden die "öffentliche Sicherheit" gefährden, sagte da etwa Jugendstaatssekretärin Claudia Plakolm. "Die Klimaaktivisten blockieren immer öfter wichtige Verkehrswege, behindern damit Rettungsorganisationen, gefährden damit Menschenleben", legte Niederösterreichs Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner (beide ÖVP) nach und forderte auch gleich härtere Strafen. Das Argument mit den blockierten Einsatzfahrzeugen taucht immer wieder auf. Ausgerechnet beim Roten Kreuz widerspricht man nun.

"Wir sind Staus gewohnt"

Die Aktivist:innen bekommen Zuspruch von unerwarteter Stelle. Gerry Foitik vom Roten Kreuz meldete sich auf Twitter zu Wort: "Werte Politiker:innen, instrumentalisieren Sie uns & medizinische Notfälle bitte nicht weiter für die Kriminalisierung jener, die für einen starken Klimaschutz einstehen", schreibt er dort. 

"Wir werden oft von Staus oder rücksichtslosen Verkehrsteilnehmer:innen gebremst, das sind wir gewohnt und verlangen deshalb auch nicht gleich Gefängnisstrafen für die Verursacher:innen; nicht einmal im Affekt", so der Bundesrettungskommandant des Roten Kreuzes. 

Tatsächlich gab es bisher nur in Deutschland Aufregung um ein angeblich blockiertes Rettungsauto. Im Oktober fand im deutschen Berlin ein Straßenblockade der "Letzten Generation" statt, bei der Medien davon berichteten, dass eine Radfahrerin auf Grund der Blockade nach einem Unfall mit einem Betonmisch-Fahrzeug verstorben sei.

Keine Blockaden bekannt

Laut einem internen Bericht der Feuerwehr Berlin hatte die Verzögerung durch den verursachten Stau aber keine direkten Auswirkungen auf den Tod der Radlerin. Wie die "Süddeutsche Zeitung" berichtete, hatte die versorgende Notfallärztin bereits entschieden, dass die Feuerwehr den Betonmischer nicht mehr anheben sollte. In Österreich sind keine Fälle bekannt, bei denen Einsatzfahrzeuge blockiert wurden.

Quelle: Redaktion / koa