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Marokko: Hunderte Migranten überwinden Zaun zu spanischer Exklave

24. Juni 2022 · Lesedauer 2 min

Während eines Ansturms Hunderter Menschen auf den Grenzzaun zwischen Marokko und der spanischen Nordafrika-Exklave Melilla sind mindestens fünf Migranten ums Leben gekommen.

Zudem seien mehr als 200 Menschen verletzt worden, als Sicherheitskräfte versuchten, die Migranten aufzuhalten, teilte das marokkanische Innenministerium am Freitag mit. Hunderte Migranten überwanden Medienberichten zufolge den Grenzzaun im Norden Marokkos. 

Sie hätten eines der Tore in der Grenzanlage aufgebrochen, meldete die Nachrichtenagentur Europa Press unter Berufung auf die Polizei. Nach Angaben des Innenministeriums kamen die fünf Menschen im Gedränge oder durch Stürze vom Zaun ums Leben. 140 Sicherheitskräfte sowie 76 Migranten seien verletzt worden, hieß es weiter. Das Innenministerium warf den Migranten vor, Gewalt eingesetzt zu haben. Sie stammen demnach aus afrikanischen Ländern südlich der Sahara.

116 marokkanische Beamte verletzt

Auf Videobildern im Internet war zu sehen, wie überwiegend junge Männer freudestrahlend, singend und tanzend durch die Straßen rannten. Einige hatten sich bei der Erstürmung der Grenzanlage verletzt, die aus zwei parallelen, sechs Meter hohen Stacheldrahtzäunen besteht.

Am Vortag waren spanischen Medienberichten zufolge 116 marokkanische Beamte verletzt worden, als sie etwa 500 Migranten von der Grenzanlage fernhalten wollten. Ein Polizist habe auf der Intensivstation eines Krankenhauses behandelt werden müssen.

Spanien hält zwei Exklaven

Marokko war 1956 von Frankreich und Spanien unabhängig geworden. Dennoch hält Spanien dort weiterhin zwei Exklaven: Melilla und das 250 Kilometer weiter westlich gelegene Ceuta an der Meerenge von Gibraltar. Beide werden von Rabat beansprucht.

In der Nähe der beiden Gebiete warten oft Zehntausende Afrikaner vorwiegend aus Ländern südlich der Sahara auf eine Chance, in die EU zu gelangen. Meistens versuchen mehrere Hundert Menschen auf einmal, die Grenzbeamten zu überraschen und so über die Grenze zu kommen.

Quelle: Agenturen