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Gaslieferung aus Emiraten: Kein Jubel bei Opposition

28. Okt. 2022 · Lesedauer 2 min

Dass Österreich in der Heizsaison 2023/24 eine Schiffsladung Flüssigerdgas (LNG) aus Dubai erhält, stößt nicht überall auf Begeisterung.

"Die von Nehammer bejubelte LNG-Lieferung, die vertraglich nicht fixiert ist, entspricht einem Bruchteil der von Österreich benötigten Jahresmenge und soll erst für den Winter 2023/2024 geliefert werden", kritisierte SPÖ-Geschäftsführer Christian Deutsch die geplante Lieferung in einer Aussendung.

"Missgünstige SPÖ"

"Mit diesem Gas können rund 65.000 Haushalte ein Jahr versorgt werden. Das als gering zu bezeichnen, ist leicht als missgünstiger SPÖ-Versuch zu entlarven, diesen Erfolg der Bundesregierung kleinzureden", konterte ÖVP-Energiesprecherin Tanja Graf in einer eigenen Aussendung. Aber auch die NEOS sehen laut einer Aussendung die Reise von Bundeskanzlers Karl Nehammer (ÖVP), Finanzminister Magnus Brunner (ÖVP) und Umweltministerin Leonore Gewessler (GRÜNE) nach Abu Dhabi nicht unbedingt als Erfolg.

"Inszenierung, Show, PR"

"Mit ihrer Reise nach Abu Dhabi beweist die Bundesregierung wieder einmal eindrücklich, worin sie wirklich gut ist: Inszenierung, Show, PR. Schaut man hinter die Fassade, zeigt sich sehr schnell, dass hinter dem Ziel, Flüssiggas anzuschaffen, nicht mehr steckt als heiße Luft", sagt NEOS-Energiesprecherin Karin Doppelbauer. "Damit werden gerade einmal mickrige 0,3 Prozent des österreichischen Jahresenergiebedarfs gedeckt - das sind Peanuts, für die sich ÖVP und Grüne abfeiern."

Biomethan besser als LNG

Auf eine Alternative zu LNG weist der Kompost & Biogas Verband Österreich in einer Aussendung hin: "Man könnte jedoch die gleiche Menge an Energie statt aus klimaschädlichem LNG auch aus Biomethan aus Österreich beziehen. Dieses würde aus organischen Abfällen und organischen Reststoffen der Industrie sowie der Landwirtschaft klimaneutral hergestellt werden können. Zudem bekäme man dann österreichische Wertschöpfung und vor allem Verlässlichkeit in der Energieversorgung dazu. Dazu müsste man allerdings endlich das Erneuerbare Gase Gesetz praxistauglich auf den Weg bringen und im Parlament beschließen", teilte der Verband mit.

Quelle: Agenturen / Redaktion / msp