Stauss über Laschet: Nicht erkennbar "was er überhaupt selbst für einen Plan hat"

20. Sept 2021 · Lesedauer 2 min

Der Politikberater und Wahlkampfstratege Frank Stauss analysiert im Newsroom LIVE den Wahlkampf in Deutschland und was SPD-Kandidat Scholz richtig und CDU-Kandidat Laschet falsch gemacht haben.

Das letzte TV-Triell im Wahlkampf ist geschlagen. Politikberater und Wahlkampfstratege Frank Stauss zog im Gespräch mit PULS 24 Anchor Fabian Kissler Bilanz. Dass SPD-Spitzenkandidat Olaf Scholz nun an erster Stelle in den Umfragen sei, habe auch damit zu tun, dass die SPD "einen wirklich guten Wahlkampf führt", sagte Stauss.

Während die SPD bereits im August 2020 Scholz als Kanzlerkandidaten fixiert hatte, wurde die Zeit bis zur Wahl darauf verwendet, einen handwerklich guten Wahlkampf vorzubereiten und umzusetzen. Die CDU/CSU habe sich im Gegenzug bis zum April diesen Jahres mit der Suche nach dem Kanzlerkandidaten beschäftigt.

"Sehr viel herumgeeiert"

Im Triell konnte Scholz überzeugen, weil er "sehr konzentriert, sehr kompetent" rüberkomme und auch von der Körpersprache sehr stabil wirke. Inhaltlich habe er seine Kernthemen - etwa Mindestlohn - auf die er sich konzentriere. Grünen-Spitzenkandidatin Annalena Baerbock habe im Gegenzug das Problem, dass ihr Wahlkampf vor allem auf ein Thema - den Klimawandel - fokussiert sei.

Bei Armin Laschet könne man nicht erkennen, "was er überhaupt selbst eigentlich für einen Plan hat", so Stauss. Sowohl von der Körpersprache als auch inhaltlich würde von ihm "sehr viel herumgeeiert".

Der entscheidende Punkt im Wahlkampf war auch für Stauss jene Szene, als Laschet im Rücken von Bundespräsident Steinbrück im Hochwassergebiet lachend zu sehen war. Es sei nicht dieser Lapsus allein gewesen, aber doch der Zeitpunkt, der die Wende brachte.

Stephan HoferQuelle: Redaktion / hos