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EU-Parlamentarier wettern gegen FIFA: "WM der Schande"

21. Nov. 2022 · Lesedauer 2 min

Kritik an der WM in Katar und an der FIFA kommt auch von hohen EU-Politikern - Rücktrittsforderungen an FIFA-Chef Infantino inklusive.

Von der "Weltmeisterschaft der Schande" sprach zum Beispiel die liberale Politikerin Katalin Cseh bei einer EU-Parlamentsdebatte am Montag. Sie ist nicht die einzige Abgeordnete die gegen den Weltfußball-Verband FIFA und den umstrittenen WM-Gastgeber Katar wettert. 

Miguel Urbán, Mitglied der Linksfraktion, sprach sich für einen Boykott der Veranstaltung aus. Sozialdemokrat Niels Fuglsang forderte FIFA-Präsident Boss Gianni Infantino zum Rücktritt auf.

Auch Verbesserungen in Katar

Stella Kyriakides, die für die EU-Kommission an der Debatte teilnahm, sagte, Katar sei auf seinem Weg der Menschenrechte noch nicht am Ende. "Zahlreiche Herausforderungen bleiben bestehen", meinte sie in der Debatte. Homosexualität sei verboten, Arbeiter seien gestorben, Löhne nur zum Teil oder gar nicht ausgezahlt worden. Sie betonte aber auch, es habe Verbesserungen gegeben, wie etwa einen Mindestlohn für Arbeiter.

Katar-Rückendeckung aus dem rechten Lager

Rückendeckung für die WM gab es lediglich aus dem rechten Lager. Der AfD-Politiker Nicolaus Fest sagte: "Wenn in Rom, verhalte Dich wie die Römer. Das sollten wir auch Katar zugestehen." Sein Parteikollege Maximilian Krah teilte mit, man müsse respektieren, dass Katar keine Regenbogensymbole im Stadion haben wolle.

Abgeordnete trug "One Love"-Binde

Als Protest hatte die Abgeordnete Manon Aubry die "One Love"-Armbinde während ihrer Rede angezogen. Es sei eine Schande, die Armbinde nicht zugelassen zu haben, sagte die Politikerin der Linken-Fraktion. Die FIFA hatte mit Strafen gedroht, sollten WM-Kapitäne die "One Love"-Armbinde bei den Spielen trafen.

Aubrys liberale Kollegin Abir Al-Sahlani warf Katar Rassismus vor. "Wenn sie Europäer wären, würde es diese Behandlung nicht geben", sagte sie mit Blick auf Gastarbeiter in Katar. Diese gebe es, weil sie Asiaten und weil sie arm seien.

Am Donnerstag stimmt das EU-Parlament über eine Resolution zur Weltmeisterschaft ab. Die Redebeiträge könnten einen Vorgeschmack liefern, auf welche Position sich das Parlament verständigt.

Quelle: Agenturen / Redaktion / lam