APA - Austria Presse Agentur

EU: 40 Prozent mehr Asylanträge als im Vorjahr

17. Okt 2021 · Lesedauer 2 min

Die Zahl der Asylbewerber in der Europäischen Union hat nach Angaben der EU-Asylbehörde EASO deutlich zugenommen, auch wegen eines neuen Höchststands afghanischer Asylbewerber.

EASO-Direktorin Nina Gregori sagte der Funke Mediengruppe einem Vorabbericht zufolge, im August 2021 seien rund 40 Prozent mehr Asylanträge gestellt worden, als zur gleichen Zeit im Vorjahr. "Wir sind in Europa damit fast auf dem Niveau der Zeit vor Corona, was die Asylantragszahlen betrifft." 

Die EASO-Chefin sagte, allein von afghanischen Staatsangehörigen seien im August in der EU rund 10.000 Asylanträge gestellt worden. Ein Teil der Anträge sei von den Evakuierten, die durch die Kabuler Luftbrücke gekommen seien. Vervielfacht hätten sich die Anträge in Litauen und Lettland durch Flüchtlinge, die über Belarus kämen. "Die Situation in den Ländern an der belarussischen Grenze ist sehr ernst", sagte Gregori.

Resettlement wird vorbereitet

Auch Afghanen, die schon längere Zeit in Europa lebten, beantragten nun zum wiederholten Mal Asyl, sagte Gregori. Hunderttausende Afghanen suchten in den Nachbarländern von Afghanistan Schutz. "Wir müssen uns auf eine schwere Situation der Migrationsbewegung aus Afghanistan nach Europa vorbereiten", mahnte Gregori.

Ihre Behörde arbeite eng mit der EU-Kommission und den Behörden der EU-Mitgliedstaaten zusammen und baue etwa Aufnahmekapazitäten auf dem Balkan auf. Zudem werde ein Resettlement-Programm für Afghanistan in die EU vorbereitet.

Sorge über Lage in Belarus

Sorgen bereite auch die Lage an den EU-Außengrenzen zu Belarus. Über das Land werden seit Monaten gezielt Flüchtlinge etwa aus dem Irak nach Europa geschleust. "Die Lage mit Belarus wird sich sicher nicht in der näheren Zukunft lösen", sagte sie. Litauen registriere normalerweise 500 Asylanträge pro Jahr. Seit dem Sommer seien es nun allein von Flüchtlingen, die über Belarus gekommen seien, schon 2500.

Die meisten Flüchtlinge reisen allerdings weiter vor allem über Polen nach Deutschland. Seit August sind auf der Route bereits über 4.000 Menschen in Deutschland angekommen. Brandenburgs Innenminister Michael Stübgen wirft Belarus organisierten Menschenschmuggel vor. Derzeit würden 100 bis 150 Menschen täglich über Polen kommen.

Auch in Deutschland ist die Zahl der Asylanträge in diesem Jahr wieder angestiegen. Wie das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf) in seiner Statistik ausweist, nahm die Behörde bis Ende September 100.278 Erstanträge entgegen.

Quelle: Agenturen