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Dritter Tag der Jubiläumsfeiern der Queen mit Mega-Konzert

04. Juni 2022 · Lesedauer 3 min

Kurz vor Schluss wird am Samstag der 73-jährige Prinz Charles wieder zum Kind. "Eure Majestät, Mami", ehrt der Thronfolger seine Mutter. Davor gaben sich Stars von der Band Queen bis zu Diana Ross und Rod Stewart die Ehre. Mit dabei: Rund 40 Royals und 22.000 Zuschauer.

Es ist der emotionale Höhepunkt einer zweieinhalbstündigen Mega-Sause direkt vor dem Buckingham-Palast, der an Stars, Farbenpracht und Technik so gut wie alles auffährt, was möglich ist. 

Das Vereinigte Königreich, so der Eindruck, liegt seiner Königin nicht nur zu Füßen. Es ergibt sich ihr in einem nie da gewesenen Rausch an Bildern und Botschaften. Kaum möglich, einen Höhepunkt herauszugreifen. Die "Platin-Party am Palast", von der BBC organisiert, gerät zu einem Ausnahmezustand für die Sinne. Zum Auftakt schaut sogar die Queen vorbei, wenn auch nur von der Leinwand. In einem gut zweiminütigen Clip trifft die 96-Jährige auf die beliebte Kinderbuchfigur Paddington. Dabei zeigt sie auch, was sie in ihrer Handtasche hat - nämlich ein Marmeladebrot für Notfälle. 

Und in sagenhaftem Tempo geht es weiter. Auf mehreren Bühnen treten im Fünf-Minuten-Takt Musikstars auf, Innehalten ist nicht. Queen mit Sänger Adam Lambert machen den Anfang, Gitarrist Brian May steht stilecht vor dem Denkmal für Queen Victoria. Zeit zum Luftholen? Fehlanzeige, so schnell wechseln Sänger und Bühnen. Manchmal wirkt es, als seien die 22.000 Zuschauer noch benommen von einem Auftritt, da beginnt schon der nächste.

Prinz Charles ehrt "Mami" und "Papa"

An die 40 Mitglieder der Royal Family verfolgen das Spektakel. Auf der Bühne stehen sie auch: Zunächst William, der einen emotionalen Appell für den Umweltschutz hält. Und fast zum Schluss dann Charles. "Im Namen von uns allen möchte ich Eurem lebenslangen selbstlosen Dienst meinen eigenen Tribut zollen", gelobt der Thronfolger und vergisst auch "meinen Papa" nicht, den 2021 gestorbenen Queen-Gemahl Prinz Philip.

Dazwischen: Video-Botschaften von einigen der bekanntesten Briten, den Schauspielerinnen Julie Andrews und Judi Dench, Beatle Paul McCartney, Fußballer David Beckham und Olympiasieger Mo Farah. "70 Jahre als unsere Regentin", schwärmt Popstar Elton John.

Jedesmal wenn ihr Name fällt, jubeln 22.000 Zuschauer

Seit dem 6. Februar 1952 ist Elizabeth Königin, so lange wie keine Monarchin und kein Monarch zuvor. Immer wieder ist aus den Lautsprechern die Stimme der Queen zu hören, etwa ihr Versprechen, bis ans Lebensende ihrem Volk zu dienen. Anwesend ist die Jubilarin zwar nur auf der Leinwand. Die 96-Jährige, die zuletzt öfter wegen Mobilitätsproblemen Termine absagte, erholt sich noch vom Auftakt der insgesamt viertägigen Feiern. Doch jedes Mal, wenn ihr Name fällt, jubeln die Massen. Kaum gibt es noch Britinnen oder Briten, die sich an ein anderes Staatsoberhaupt erinnern können. "Wir sind alle Elizabethaner", verkündet der Schauspieler Stephen Fry.

Je später der Abend, desto mehr verwandelt sich der Buckingham-Palast in eine Filmleinwand. Bilder der Queen werden auf die Fassade projiziert, Farben und Muster. Immer wieder erstrahlt der "Union Jack". Doch zum Schluss, als US-Soul-Ikone Diana Ross singt, ist auch der Palast nur noch Beiwerk. Im Himmel über dem Schloss malen Drohnen bewegliche Bilder in die Luft, Symbole der Queen: ein Corgi - ihre liebste Hunderasse, eine Handtasche, eine Teekanne, ein galoppierendes Pferd. Schließlich die Queen als Briefmarke.

Und spätestens hier entsteht der Eindruck: Es geht längst nicht mehr um das Jubiläum, sondern um das Vermächtnis. Die Queen als Marke, zu der alle aufsehen, nicht mehr von dieser Welt, sondern über den Dingen stehend. Es wirkt wie eine Abschiedszeremonie.

Quelle: Agenturen / Redaktion / lam