APA - Austria Presse Agentur

Doskozil: Rendi-Wagner soll sich "selbst hinterfragen"

04. Juli 2021 · Lesedauer 2 min

Burgenlands Landeshauptmann Hans-Peter Doskozil (SPÖ) übte abermals scharfe Kritik an seiner Parteichefin Pamela Rendi-Wagner.

SPÖ-Vorsitzende Pamela Rendi-Wagner soll sich angesichts des Ergebnisses am Bundesparteitag, bei dem sie nur 75 Prozent erzielte, "selbst hinterfragen, wie sie das Vertrauen der Basis wieder gewinnt", erklärte der burgenländische SPÖ-Landesparteichef Hans Peter Doskozil am Sonntag im "Kurier". Er selbst habe zur Parteichefin ein "nüchtern normales" Verhältnis. Die Landespartei lässt sich wirtschaftspolitisch nun vom früheren Kanzler und ÖBB-Chef Christian Kern beraten.

Doskozil stellte im Interview fest, dass in den Landesorganisationen die Präsenz der Bundespartei vermisst werde. Auch fehle die gegenseitige Wertschätzung zwischen Landes- und Bundesebene: "Das ist natürlich nicht leicht, weil jeder Landesvorsitzende ein Prinz oder eine Prinzessin ist."

Bei Anklage "weiß ich eh, was ich zu tun habe"

Als er Minister war, habe es einige Mitarbeiter im Kabinett gegeben, die Kanzler Kern bekämpft hätten. Er habe daher eine Aussprache mit ihm gehabt und Kern berate die Partei nun in wirtschaftspolitischen Fragen, so Doskozil. Zu den Ermittlungen der WKStA wegen einer mutmaßlichen Falschaussage im Commerzialbank-U-Ausschuss meinte der Landeshauptmann: "Wenn ich eine Anklage bekommen sollte, dann weiß ich eh, was ich zu tun habe."

Hinter die Parteivorsitzende hatte sich davor Wiens Gesundheitsstadtrat Peter Hacker gestellt und ihr schwaches Ergebnis von 75 Prozent beim Parteitag verteidigt. "Es ist ein starkes Zeichen für eine starke Kandidatin", sagte Hacker im "Ö1-Mittagsjournal" am Samstag. Die SPÖ sei eine Partei, die es "liebt, sich das Leben besonders schwer zu machen, aber ich denke, wir haben eine starke Kandidatin, wir haben Dreiviertel". "Reiberei ist ja an sich etwas Gesundes, weil eine riesengroße Organisation, wo alle glücklich und zufrieden sind, die entwickelt sich nicht weiter. Also ich bin da durchaus optimistisch", so Hacker.

"ÖVP hatte 21 Jahre Chance gehabt"

Zur Abschiebe-Debatte, die nach dem mutmaßlich getöteten Mädchen in Wien-Donaustadt aufgekommen ist, fragte Doskozil: "Wie können die Afghanen eigentlich zu uns kommen, wenn die Balkanroute doch seit Jahren geschlossen ist?" "Die ÖVP hat 21 Jahre lang die Chance gehabt, alles, was 1000-mal versprochen wurde, in Umsetzung zu bringen. Gemacht wurde, obwohl das Innenministerium in der Hand der ÖVP ist, nichts", so Doskozil.

Quelle: Agenturen