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Medwedew: Ukraine-Krieg "maximal schonend und gemäßigt"

26. Aug. 2022 · Lesedauer 2 min

Russlands Ex-Präsidenten Dmitri Medwedew sieht Russlands Regierung "unter bestimmten Bedingungen" zu Gesprächen mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj bereit.

Das erklärte Medwedew laut russischen Nachrichtenagenturen im französischen Fernsehsender LCI, ohne konkrete Details zu nennen. Russland werde seine "militärische Spezialoperation" aber fortsetzen, bis es seine Ziele erreicht habe, bekräftigte der aktuelle Vize-Vorsitzenden des russischen Sicherheitsrats.

NATO-Verzicht der Ukraine kein Grund für Kriegsende

Medwedew zufolge würde jedoch auch ein offizielles Nein der Ukraine zu einem NATO-Beitritt den Krieg in der Ukraine nicht beenden. "Der Verzicht auf einen Beitritt zur nordatlantischen Allianz ist jetzt von absolut entscheidender Bedeutung, reicht aber nicht aus, um Frieden zu schaffen", sagte er demnach und rechtfertigte den Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine. "Es wird eine militärische Spezialoperation durchgeführt, damit es nicht zum Dritten Weltkrieg kommt", nannte der jetzige Vizechef des nationalen Sicherheitsrats in dem viertelstündigen Gespräch das Vorgehen in der Ukraine "maximal schonend und gemäßigt".

Immer wieder stellt Russland den Krieg gegen die Ukraine, den es Ende Februar selbst begonnen hat, als angeblich notwendige Maßnahme zum Schutz der eigenen Bevölkerung dar. Medwedew bekräftigte Vorwürfe gegen die NATO und westliche Staaten, "einen sogenannten Stellvertreterkrieg gegen die Russische Föderation" zu führen. Russland habe derzeit nicht vor, Atomwaffen einzusetzen.

Medwedew Verfechter des Kriegs

Der 56-Jährige war zwischen 2008 und 2012 Präsident Russlands und gilt als enger Vertrauter von Kremlchef Wladimir Putin. Er ist ein glühender Verfechter des Kriegs. Mehrfach äußerte er sich abfällig über die Ukraine und stellte sogar deren Fortbestand infrage. Interviews mit russischen Politikern in westlichen Medien sorgten mehrfach für Kritik. Empörung löste ein Auftritt von Außenminister Sergej Lawrow im italienischen Fernsehen aus, dessen Ausführungen in den Augen vieler nicht kritisch genug hinterfragt wurden.

Quelle: Agenturen / Redaktion / msp