APA - Austria Presse Agentur

Deutscher Kanzlerkandidat Laschet gestand Plagiat in Buch ein

30. Juli 2021 · Lesedauer 2 min

Knapp zwei Monate vor der deutschen Bundestagswahl hat Unions-Kanzlerkandidat Armin Laschet Fehler in seinem Buch "Die Aufsteigerrepublik. Zuwanderung als Chance" aus dem Jahr 2009 eingeräumt und dafür um Entschuldigung gebeten.

Zuvor war auf Twitter eine Gegenüberstellung des Plagiatsprüfers Martin Heidingsfelder veröffentlicht worden, die auf auffallende Ähnlichkeiten zwischen einer Passage des Laschet-Buchs und einem anderen Text hinweist.

"Mindestens ein Urheber des im Buch verwendeten Materials wird weder im Fließtext noch im Quellenverzeichnis genannt", räumte Laschet am Freitag ein. "Dafür möchte ich ausdrücklich um Entschuldigung bitten, denn sorgfältiges Arbeiten beim Verfassen von Werken und die Achtung des Urheberrechts sind für mich auch eine Frage des Respekts vor anderen Autoren. Um zu klären, ob es weitere Fehler gibt, werde ich unverzüglich die Prüfung des Buchs veranlassen."

Ungünstiger Zeitpunkt

Die Scherereien treffen Laschet zu einem sensiblen Zeitpunkt. Zwar liegt die CDU/CSU in Umfragen mit zuletzt 26 bis 30 Prozent weiterhin unangefochten auf Platz eins. Laschet selbst jedoch kämpft mit sinkenden Zustimmungswerten als potenzieller deutscher Bundeskanzler. In zwei aktuellen Umfragen wurde er gerade erst vom SPD-Anwärter Olaf Scholz überrundet, auch wenn dessen Partei erst hinter den Grünen auf dem dritten Platz liegt.

Das dürfte nicht zuletzt mit dem unglücklichen Agieren Laschets während der Flutkatastrophe im Westen Deutschlands zusammenhängen, die auch Nordrhein-Westfalen traf. Er geriet in die Kritik, als er bei einem gemeinsamen Besuch mit Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier in Erftstadt scherzte und lachte, während Steinmeier an jene erinnerte, die in der Flut vieles verloren haben.

Die Affäre erinnert an die Kontroverse um das Buch von Grünen-Chefin und Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock, "Jetzt. Wie wir unser Land erneuern". In ihrem Fall machte der österreichische Medienwissenschaftler Stefan Weber in einer Reihe von Fällen sprachliche Ähnlichkeiten zu anderen Texten publik - bei Laschet ist bisher indes nur eine auffällige Passage bekannt.

Quelle: Agenturen / koa