APA - Austria Presse Agentur

Corona-Sonderlockerungen in Wien? Ludwig berät mit Experten

19. Juli 2021 · Lesedauer 3 min

Schon bei vergangenen Lockerungsschritten ging Wien einen Sonderweg. Am 22. Juli könnte das wieder der Fall sein. Bürgermeister Ludwig berät sich wieder mit Experten.

Der Stadtchef will das Infektionsgeschehen sowie die Situation in der Spitälern und auch Prognosen zur weiteren Entwicklung mit Experten diskutieren. Mögliche Verschärfungen würden im Anschluss verkündet. Ob Wien bei den Lockerungen erneut strenger vorgeht als der Bund, ist noch offen.

Wien: Strengere Regeln für Kinder

In Wien gelten schon jetzt restriktivere Regeln. Konkret wird die 3-G-Bestimmung auch für Kinder ab sechs Jahren angewendet - und nicht, so wie in der Verordnung des Bundes festgelegt, erst ab zwölf Jahren. Somit müssen auch jüngere Kinder einen Nachweis erbringen, wenn sie etwa ein Lokal oder ein Freibad besuchen möchten. Da in diesem Alter noch nicht geimpft wird und Kinder nur selten zu den genesenen Personen gehören, bedeutet dies üblicherweise die Vorlage eines Coronatests.

PCR- statt Wohnzimmertests

Hier hat Wien zuletzt aber ebenfalls eine Verschärfung vorgenommen. Die sogenannten Wohnzimmer- oder Nasenbohrertests - also Antigen-Schnelltests - gelten nicht mehr als Eintrittstests. Empfohlen wird die Verwendung der PCR-Gurgeltests, die in der Bundeshauptstadt im Rahmen der Aktion "Alles Gurgelt" angeboten werden. Begründet wurde der Wiener Alleingang mit der Ausbreitung der besonders ansteckenden Delta-Variante.

Ludwig hat sich vergangene Woche auch positiv zu den vom Bund angekündigten Verschärfungen für die Nachtgastronomie geäußert. Der Bund schwenke offenbar auf den Wiener Weg ein, befand er. Einen erneuten Wiener Sonderweg habe er ohnehin nicht unbedingt gehen wollen, denn der Hauptakteur in der Pandemie sei der Bund, fügte Ludwig hinzu.

Alleingang bei Maskenpflicht? 

Damit ist die Wahrscheinlichkeit relativ gering, dass der Bürgermeister diese Woche erneut eine eigene regionale Verordnung erlässt. Völlig ausgeschlossen ist das aber nicht. Möglich wäre ein Dissens etwa in der Frage, wo künftig Masken getragen werden müssen. Der Bund hat bereits angekündigt, dass die Tragepflicht in Geschäften - abgesehen vom Lebensmittelhandel - fallen soll. Hier könnte Wien, falls man einen vorsichtigeren Weg gehen möchte, etwa Mund-Nasen-Schutz weiter vorschreiben.

Skeptisch bezüglich eines maskenfreien Handels zeigt sich bereits Wiens Wirtschaftsstadtrat Peter Hanke (SPÖ). "Ich glaube, dass es noch einmal zu überlegen sein wird, ob das jetzt der richtige Zeitpunkt ist", sagte er im Interview mit der "Kronen Zeitung". Man sehe eine klare Steigerung der Zahlen, warnte er. Es sei nötig, hier auf Experten zu setzen.

Quelle: Agenturen / Redaktion / lam