APA/APA/INGRID KORNBERGER/INGRID KORNBERGER

Mordprozess

Ehefrau in Leoben getötet: 65-Jähriger eingewiesen

Heute, 10:32 · Lesedauer 3 min

Ein 65-Jähriger ist am Montag in Leoben wegen der Tötung seiner Ehefrau im August des Vorjahres in ein forensisch-therapeutisches Zentrum eingewiesen worden.

Er hatte während eines psychotischen Anfalls infolge seiner paranoiden Schizophrenie mehrfach mit einem Messer auf die 61-Jährige eingestochen. Laut dem Gutachter war er zum Tatzeitpunkt nicht zurechnungsfähig. Die Frau starb. Die Einweisung ist noch nicht rechtskräftig.

Schon seit Jahren befand sich der Mann wegen seiner Krankheit in Behandlung - "mal ging es ihm gut, mal weniger gut", meinte der Gutachter. 

Die Medikamente habe er auch nicht immer genommen. Im August des Vorjahres erlitt er offenbar eine akute Psychose und hatte den Verdacht, dass seine Frau ihn betrügt, ihm die Pension wegnehmen und ihn vergiften wolle. 

Dieses für ihn und in seinem geistigen Zustand realistische Bedrohungsszenario dürfte zum sogenannten Over-Kill geführt haben.

Ehemann gestand Tat

Der Gerichtsmediziner schilderte, dass die Frau sowohl Messerstiche von vorne wie auch von hinten erlitten hatte. Mehrere lebenswichtige Organe wurden dabei verletzt. Sie starb infolge dieser Blutungen. 

Ihr Ehemann, der in Handschellen von den Justizwachebeamten in den Saal geführt worden war, gestand gleich zu Beginn: "Ja, ich habe die Tat begangen." An den genauen Hergang konnte er sich am Montag aber nicht mehr erinnern.

Der Betroffene war zuletzt 2023 stationär in einer Klinik in psychiatrischer Behandlung. Wie sich herausstellte, dürfte er in den Tagen vor der Tat über extremen Bluthochdruck geklagt haben und wurde sogar in ein Krankenhaus eingeliefert. 

Der akute psychotische Schub wurde allerdings nicht so klar erkannt und außerdem ließ sein Zustand eine Einweisung gegen seinen Willen nicht zu. Er wurde wieder nach Hause entlassen. Dort stach er dann später auf seine schlafende Frau ein.

Klare Beweislage und Gutachten

Als die 61-Jährige nicht wie gewohnt bei der Arbeit erschienen war, hatte eine Kollegin Alarm geschlagen. Als die Polizei am Morgen des 21. August 2025 beim Wohnhaus des Paares eintraf, war es allerdings zu spät. 

er Mann saß neben einer abgebrochenen Klinge vor dem Haus auf einem Sessel. Die Frau lag tot am Küchenboden. Gegenüber den Beamten gestand der 65-Jährige gleich vor der Festnahme, dass er einen Mord begangen habe.

Aufgrund der klaren Beweislage, der Gutachten und des Geständnisses dauerte die Verhandlung nur kurz. Nach weniger als drei Stunden hatten die Geschworenen entschieden, dass der Betroffene die Tötung begangen hat und dabei nicht zurechnungsfähig war. 

Sie folgten damit den Erkenntnissen des Gutachters. Der Richter verhängte die Einweisung. Der Betroffene nahm das an. Die Staatsanwaltschaft gab keine Erklärung ab.

Video: Mordalarm in Leoben: Partner der Toten festgenommen

Zusammenfassung
  • Ein 65-Jähriger wurde in Leoben in ein forensisch-therapeutisches Zentrum eingewiesen, nachdem er im August 2025 während eines psychotischen Anfalls seine 61-jährige Ehefrau mit mehreren Messerstichen getötet hatte.
  • Der Mann litt an paranoider Schizophrenie, war zum Tatzeitpunkt laut Gutachter nicht zurechnungsfähig und hatte seine Medikamente nicht immer regelmäßig eingenommen.
  • Die Einweisung erfolgte nach einer klaren Beweislage, einem Geständnis und Gutachten, wobei die Verhandlung weniger als drei Stunden dauerte; die Entscheidung ist noch nicht rechtskräftig.