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Corona: Lauterbach warnt vor unheilbarer Immunschwäche

22. Jan. 2023 · Lesedauer 2 min

Der deutsche Gesundheitsminister bezeichnet es als bedenklich, "was wir bei Menschen beobachten, die mehrere Corona-Infektionen gehabt haben". Der Anteil von Long Covid bei Erkrankungen an dem Virus liege generell bei fünf bis zehn Prozent.

In Österreich treibt Gesundheitsminister Johannes Rauch die Abschaffung aller Corona-Gesetze und -verordnungen eilig voran. Sein deutscher Amtskollege Karl Lauterbach (SPD) sieht die Lage offenbar nicht so entspannt. "Es ist bedenklich, was wir bei Menschen beobachten, die mehrere Corona-Infektionen gehabt haben. Studien zeigen mittlerweile sehr deutlich, dass die Betroffenen es häufig mit einer nicht mehr zu heilenden Immunschwäche zu tun haben", sagte Lauterbach in einem Interview mit der "Rheinischen Post". Dies könne "ein Risikofaktor für die Entstehung von chronischen Erkrankungen sein, angefangen bei Herz-Kreislauf-Problemen bis hin zur Demenz", ergänzte der deutsche Gesundheitsminister.

Lauterbach fügte aber hinzu, diese Erkenntnisse seien "noch nicht sicher" und würden noch "intensiv erforscht" werden. Er verfolge Studien dazu und diskutiere mit Experten. Lauterbachs Warnung lautet: "Wenn jemand nach zwei Infektionen ein stark gealtertes Immunsystem hat, ist es ratsam, dass er weitere Covid-Infektionen vermeidet."

Lauterbach: Maskenpflicht schützt Schwächere

Zugleich will Lauterbach die Maskenpflicht in medizinischen Einrichtungen bis auf Weiteres beibehalten. "Die meisten Menschen, die in Hausarzt- oder Facharztpraxen behandelt werden, sind älter und leiden unter chronischen Erkrankungen", argumentierte er. Diese Menschen gelte es zu schützen. Erst wenn die Fallzahlen stabil niedrig bleiben oder noch weiter runtergehen, könne man ab dem 7. April die Lage neu bewerten. Hintergrund des Datums: Bis 7. April gilt in Deutschland vorläufig eine Maskenpflicht in medizinischen Einrichtungen.

Österreichs Gesundheitsminister Rauch von den Grünen ließ sich in seinem jüngsten APA-Interview keine Aussage zu einer künftigen Maskenpflicht in Krankenhäusern und Pflegeheimen entlocken.

Long Covid bedeutet häufig Schicksalsschlag

Lauterbach treibt auch die Sorge um viele Betroffene von Long Covid um. "Wir gehen davon aus, dass ein relevanter Anteil derjenigen, die nach einer Corona-Infektion erkrankt sind, mit Long-Covid-Symptomen zu kämpfen haben. Schätzungen gehen von 5 bis 10 Prozent aus", sagte Lauterbach. "Das bedeutet für den Einzelnen häufig einen harten Schicksalsschlag und kann sogar für den Arbeitsmarkt relevant werden, wenn die Anzahl der Erkrankten weiter steigt."

Quelle: Redaktion / kap