Corona-Gipfel: Regionale "Notbremse" für Ostösterreich erwartet

22. März 2021 · Lesedauer 3 min

Am Montag werden die Corona-Maßnahmen für die kommenden Tage beschlossen. Die Zahlen gehen in Österreich hinauf, die Lage in den Intensivstationen spitzt sich im Osten zu. Es wird erwartet, dass es zu härteren Maßnahmen kommt - zumindest in Wien, Niederösterreich und Burgenland.

Am Montag trifft sich die Bundesregierung wieder mit Experten und bespricht sich mit den Länder-Chefs. Am Abend sollen die Corona-Maßnahmen für die kommenden Tage verkündet werden.

Regionalisierung

Die Infektionszahlen in Ost- und Westösterreich gehen stark auseinander. Deshalb wird erwartet, dass hier angesetzt wird. Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) verkündete am Sonntag, die "Notbremse" ziehen zu wollen: "Die Situation in vielen Intensivstationen wird dramatisch, wenn nicht sehr rasch in den hauptbetroffenen Regionen starke und effektive Gegenmaßnahmen gesetzt werden. Wir müssen den Mut haben, in einzelnen besonders stark betroffenen Regionen die Notbremse zu ziehen."

Wenig Chancen auf Schanigarten-Öffnung

Wiens Gesundheitsstadtrat Peter Hacker hingegen, kann sich noch immer eine Schanigarten-Öffnung in Wien. Er ist auch gegen eine Homeoffice-Pflicht vorstellen. Dass es dazu kommt, wird im Vorfeld von einigen Seiten bezweifelt. Es sind jedoch für ganz Österreich keine großen Lockerungen zu erwarten. Die Lage in den Intensivstationen spitzt sich in Ostösterreich zu. 

Wöginger für vorsichtige Öffnungen im Westen

Am Montag vor dem Gipfel vertrat  VP-Klubobmann August Wöginger die Meinung, dass mit Vorsichtsmaßnahmen zu öffnen, wie das bereits in Vorarlberg getan wurde, der richtige Weg sei. Besonders bedeutend sein werden seiner Ansicht nach die im "Ländle" für Veranstaltungen erprobten Selbsttests. Wöginger betonte mehrfach das West-Ost-Gefälle, das in die Überlegungen einzubeziehen sei. Auch das spricht dafür, dass es für Wien, Niederösterreich und das Burgenland, wo die Intensivstationen zunehmend unter Druck kommen, Verschärfungen geben könnte. 

Mögliche Schritte

Welche Maßnahmen gesetzt werden, ist noch nicht sicher. Einige Forderungen stehen aber schon im Raum:

  • Verlängerung der Osterferien oder Distance Learning nach Ostern
  • Verpflichtung zum Homeoffice
  • Handel und körpernahe Dienstleistungen könnten in Wien, Niederösterreich und dem Burgenland wieder schließen
  • Es könnte auch zu einer Testpflicht für den Handel kommen, wie die "Heute" kolportiert
  • Lockerungen am ehesten für westliche Bundesländer möglich

Die Bundesregierung trifft sich am Montagvormittag mit Experten am Ballhausplatz. Um 11.30 Uhr werden die Vertreter der Opposition per Videokonferenz dazugeschaltet. Um 13.00 Uhr gehen die Beratungen dann mit den Landeshauptleuten weiter, die persönlich nach Wien kommen. Danach dürfte es wohl eine Pressekonferenz geben.

Dieser Artikel wurde um 11:33 Uhr mit der Aussage Wögingers aktualisiert. 

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Marianne LamplQuelle: Agenturen / Redaktion / lam