APA - Austria Presse Agentur

Deutschland empfiehlt AstraZeneca-Impfstoff nur bis 65 Jahre

28. Jan 2021 · Lesedauer 2 min

Die deutsche Impfkommission empfiehlt, den Corona-Impfstoff von AstraZeneca vorerst nur an Menschen unter 65 Jahren zu verimpfen.

Der Astrazeneca-Impfstoff soll nach einer Empfehlung der deutschen Impfkommission im Gegensatz zu den Präparaten von Biontech/Pfizer und Moderna nur an Menschen unter 65 Jahren verabreicht werden. Noch ist das Vakzin in der Europäischen Union nicht zugelassen. Es wird erwartet, dass die Europäische Arzneimittelbehörde (EMA) am morgigen Freitag eine Entscheidung dazu trifft.

In der Empfehlung der Ständigen-Impfkommission des Robert-Koch-Instituts (RKI) heißt es, das Astrazeneca-Präparat solle in den einzelnen Stufen, die die Priorisierung festlegen, "jeweils nur den Personen angeboten werden, die 18-64 Jahre alt" sind.

Während die beiden mRNA-Impfstoffe von Biontech/Pfizer und Moderna einen Wirkungsgrad von rund 95 Prozent aufweisen, liegt der des AstraZeneca-Vakzins lediglich bei 62 bis maximal 70 Prozent. Besonders umstritten ist die Wirkung bei Personen über 65 Jahren. Laut deutschen Medienberichten soll die Wirksamkeit bei der besonders vulnerablen Gruppe nur bei acht Prozent liegen. Eine Meldung, die AstraZeneca als falsch zurückwies. Es lägen vielmehr zu wenige Daten vor.

PULS 24 Reporterin Nicole Wraunek geht dem Gerücht auf den Grund, dass der AstraZeneca-Impfstoff bei älteren Menschen wenig wirkt.

Streit wegen Lieferverzögerungen

In der Nacht auf Donnerstag hielten Vertreter von EU und dem britisch-schwedischen Pharmakonzern AstraZeneca eine "Krisensitzung" ab, um den Streit um die bestellten Impfstoff-Lieferungen beizulegen. Es seien "konstruktive Gespräche" gewesen, wird von beiden Seiten betont, eine Einigung wurde aber nicht erzielt.

Seit kurzem ist ein Streit entbrannt, weil AstraZeneca - deren Corona-Impfstoff noch diese Woche in der EU zugelassen werden soll - weniger Impfstoff als zunächst versprochen liefern will. Statt der bis Ende März zugesagten 80 Millionen Impfdosen will AstraZeneca nur 31 Millionen liefern. Begründet wurde dies mit Problemen bei der Produktion.

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Quelle: Agenturen / apb