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Causa Wolf: Altkanzler Schüssel als Zeuge einvernommen

28. Mai 2022 · Lesedauer 2 min

Im Zuge der Ermittlungen der Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft in der Causa rund um einen Steuernachlass für Investor Siegfried Wolf ist auch Altkanzler Wolfgang Schüssel (ÖVP) einvernommen worden.

Wie die Onlineplattform der Tageszeitung "Österreich" "www.politik-live.at" am Samstag berichtete, konfrontierten Ermittler des BAK Schüssel mit einem Chat zwischen Wolf und dem ehemaligen Generalsekretär Thomas Schmid, indem sich Wolf offenbar auf Schüssel bezog.

Wer war gemeint?

"Er (Schüssel, Anm.) sitzt gerade neben mir und sagte, ich soll dich um Unterstützung bitten - deshalb mein SMS", schrieb Wolf an Schmid, wie dem Bericht zufolge aus der Zeugenvernehmung hervor geht. Die Ermittler des Bundesamtes für Korruptionsbekämpfung (BAK) wollten von Schüssel unter anderem wissen, welche Unterstützung damit gemeint und ob er beim Verfassen der Nachricht dabei gewesen sei.

Schüssel bestätigte den Kontakt: "Wolf hat mich gefragt, was er in einer solchen Sache machen soll. Ich habe ihm geraten, sich an den Generalsekretär zu wenden. Er wird dich sicher weiter zur Großbetriebsprüfung verweisen und die werden sich dann mit dem Thema auseinandersetzen." Wo und ob er mit Wolf zusammengesessen sei, könne er sich nicht mehr erinnern, gab Schüssel zu Protokoll.

Schmid sei "tüchtig" 

Über Schmid, der in seiner Zeit als Klubobmann sein Büroleiter war, meinte Schüssel: "Ein tüchtiger junger Mann und nicht auffällig." Er habe ihn aber seit Jahren nicht mehr gesehen. Die Einvernahme fand am 11. Mai statt.

Ermittlungen gegen Wolf 

Die WKStA ermittelt wegen eines Steuernachlasses für Wolf. Auslöser waren Chats am Handy von Schmid. Auch Ex-Finanzminister Hans Jörg Schelling (ÖVP) wird in der Causa als Beschuldigter geführt.

Quelle: Agenturen