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Beziehungen zwischen China und den USA auf Tiefstand

24. Juli 2020 · Lesedauer 2 min

Das Verhältnis zwischen China und den USA wird immer unterkühlter. Die "New York Times" spricht gar von einem "kalten Krieg".

Die chinesisch-amerikanischen Beziehungen sind so schlecht wie lange nicht. Am Freitag wurde ein neuer Tiefpunkt erreicht. China ließ das US-Konsulat in Chengdu schließen. Dieser Schritt war eine Reaktion auf die Schließung des chinesischen Konsulats in Houston, Texas, Anfang der Woche.

Die New York Times spricht bereits von einem neuen kalten Krieg. Das Außenministerium in Peking bezeichnete seine Aktion als "eine legitime und notwendige Reaktion auf die unvernünftigen Handlungen der USA". Die Verantwortung liege vollständig bei den Vereinigten Staaten. 

Der Konflikt zwischen den beiden Großnationen spitzt sich seit Monaten zu Bereits vor der Schließung der Konsulate haben sich die Spannungen verschärft. Die US-Administration kritisierte China für den Umgang mit dem Coronavirus, die Diskriminierung der uighurischen Minderheit in Xinjiang und die vermeintliche Einmischung in den US-Wahlkampf. Umgekehrt hat China die westlichen Staaten für ihren Umgang mit der Coronakrise kritisiert.

Chinas wachsendes Selbstvertrauen

Eine Analyse von Foreign Affairs attestiert China eine Veränderung der außenpolitischen Strategie. Das Land habe seine Rhetorik in den vergangenen Monaten verändert und eine härtere Tonart angeschlagen. Das zeige sich unter anderem am verabschiedeten Sicherheitsgesetz in Hongkong, den Spannungen mit Australien - Peking wirft Canberra eine Einmischung in interne Angelegenheiten vor - und dem wieder aufgeflammten Grenzstreit mit Bhutan.

In den vergangenen Jahrzehnten war Chinas Außenpolitik kompromissbereiter. Das Land handelte vorsichtiger, um keinen internationalen Backlash auszulösen. Vor allem gegenüber den USA habe China einen sanften Ton an den Tag gelegt, so das US-Fachmagazin .

China nutze die Gunst der Stunde und wolle sich als außenpolitisch wichtiger Akteur profilieren. Ein Grund dafür könnte laut Foreign Affairs das Machtvakuum am internationalen Parkett sein, dass die Coronakrise und die Führungskrise in den USA ausgelöst haben. Ein weiterer Grund sei für den Kurswechsel sei Chinas Bestreben sich als geopolitische Macht zu konsolidieren.

Quelle: Redaktion / spe