Zogg: "Annexion ist Ausdruck russischer Niederlage"

30. Sept. 2022 · Lesedauer 2 min

Die letzten Handlungen Wladimir Putins, so wie die Annexion und die Teilmobilmachung, seien "Ausdruck russischer Niederlagen und nicht von russischer Oberhand", so Benno Zogg, Senior Researcher am CSS Zürich. 

Man versuche die Ukraine und den Westen einzuschüchtern. Deshalb würde bei jeder Putin-Rede auch eine "nukleare Drohung mitschwingen". 

 

Keine Änderung, nur Machtdemonstration

Bei der offiziellen Annexion der ukrainischen Gebiete Cherson, Saporischschja, Luhansk und Donezk handle es sich um eine "politische Inszenierung aus Moskau", so Zogg. Mit den Scheinreferenden habe man versucht eine "Pseudo-Demokratie" aufzubauen.

Das sei "in einer völlig anderen Welt, in einer Parallelwelt gegenüber den realen Tatsachen". Denn es sei völlig klar, dass in diesen Regionen weiterhin gekämpft werde und diese Gebiete "klar ukrainisch" und teilweise wieder unter ukrainischer Kontrolle sind. "Vor Ort ändert das für die Leute gar nichts, außer dass es eine enorme Machtdemonstration ist", so Zogg.

Ukrainer gezwungen auf Ukrainer zu schießen

Laut Zogg werde man versuchen, in den nun annektierten Gebieten Reservisten zu verpflichten. "Der Pool an Freiwilligen in besetzten Gebieten ist schon lange erschöpft", man sei längst zu Zwangsrekrutierungen übergegangen. "Es ist wirklich pervers, dass hier Ukrainer gezwungen werden auf Ukrainer zu schießen", sagt der Senior Researcher.

Dijana DjordjevicQuelle: Redaktion / ddj